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Franziskanischer Gruß

Kachel pax et bonumFür Franziskus ist der Friede das zentrale Anliegen seiner Predigt. „Bei jeder Predigt flehte er, bevor er den Versammelten das Wort Gottes verkündigte, den Frieden herab mit den Worten: ‚Der Herr gebe euch den Frieden!‘ Diesen Frieden verkündete er allezeit mit größter Liebesglut Männern und Frauen, allen Leuten, die ihm auf dem Weg begegneten“, so schreibt sein Biograph Thomas von Celano (1 Cel 23). In Anlehnung an die Weisung für die Apostel legt Franziskus daher in seiner Regel für die Brüder fest: „Und wenn sie irgendein Haus betreten, sollen sie zuerst sagen: ‚Friede diesem Haus!‘“ (NbReg 14,3).

In der Dreigefährtenlegende wird erzählt, dass es vor Franziskus einen Mann gab, der durch Assisi gezogen ist und die Leute grüßte mit „Friede und Heil!“ Im Lateinischen „pax et bonum“. Dieser Gruß hat sich bis heute als der typisch franziskanische durchgesetzt und erhalten.

Franziskus habe als Gruß durch Gottes Offenbarung gelernt: „Der Herr gebe Dir Frieden!“ (3GefLeg26).
Auch in seinen Briefen verwendet Franziskus häufig einen Friedensgruß, etwa an die Kostoden des Ordens oder an die Lenker der Völker.

Auffällig ist zum einen, dass Franziskus für sich immer die Reihenfolge „Heil und Friede“ wählt. Im Lateinischen „salus et pax“. Für Franziskus ist das Heil von Gott her die Bedingung für Frieden, ähnlich wie Paulus seine Briefe beginnt mit „Gnade und Friede von Gott“. Heil ist ein sehr umfassender Begriff, der dem hebräischen Schalom sehr nahe kommt. Heil und Friede sind Geschenk Gottes und wirken sich dann auf der zwischenmenschlichen Ebene aus. Auch fällt zum anderen auf, dass Franziskus die Begriffe „pax“ und „bonum“ im biblischen Sinne zwar gerne (in seinen Briefen) verwendet, aber nie gemeinsam. An die Stelle des „bonum“ setzt er in Verbindung mit „pax“ stets „salus“ (Heil) oder „caritas“ (Liebe).

„bonum“ schreibt er allein Gott zu. Er ist der „Gute“, dem alles Gute gebührt und der alles „Gute“ bewirkt. Der Mensch soll sich das Gute nicht selbst zuschreiben, sondern mit Lob und Dank Gott zurückerstatten (vgl. Ermahnungen 7, 8, 12 und 17). Daraus erklärt sich, warum Franziskus den Menschen nicht „bonum“ zusprechen will, weil es allein Gott gebührt.

Kachel "pace et bene" Im Laufe der Zeit hat sich aber der Gruß in der Form von „pax et bonum“ (ital.: pace e bene) durchgesetzt. „bonum“ meint die konkrete leibhaft-sinnliche Erfahrung des Friedens, meint auch konkrete Güter wie Gesundheit, ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und zu trinken, gelungene, versöhnte Beziehungen usw. Es steht als Gegensatz zum „malum“, was sowohl das moralisch Böse, die Schuld meint, als auch das seinshaft Böse, also Krankheit, Schwäche und vielfältige Mängel.

pax et bonum: Ich wünsche Dir
Gnade und Heil, einen umfassenden Frieden für Leib und Seele, und all
die Güter und Beziehungen, die Du
zu einem gelingenden Leben brauchst!


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:32