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Aufruf „Für eine prophetische Kirche“
Nach der Methode Sehen – Urteilen – Handeln berieten am 21./22. Januar 2010 etwa 80 Mitglieder von Ordensgemeinschaften, Verbänden und Diözesen in Frankfurt, wie der 2010 verfasste Aufruf für eine Prophetische Kirche des Deutschen Katholischen Missionsrates (DKMR) konkretisiert und umgesetzt werden kann.


Die Skyline von Frankfurt mit ihren Bankentürmen bot den passenden Aus- und Einblick für die Themen, mit denen sich der Aufruf des Deutschen Katholischen Missionsrates befasst.


Der Aufruf

Wir erleben unsere Welt in immer krasserem Widerspruch zu der Botschaft des Evangeliums. »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.« (Joh 10,10)
Wir erleben die Zerstörung unseres Planeten, wir sehen das Elend von einer Milliarde hungernder Menschen, die Hoffnungslosigkeit einer Jugend ohne Zukunftsperspektive. Dazu können wir als Christen und Christinnen und Kirchen nicht schweigen. Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Umdenken.

Download: Der Aufruf als PDF-Dokument

Nach der Begrüßung durch Winfried Montz (Bistum Limburg) verlas Sr. Miriam Altenhofen (Bild links) für die erkrankte Generalsekretärin des DKMR, Sr. Walburga Scheibel osf, deren Eingangsstatement. Sie erinnerte an den Katakombenpakt von 40 Bischöfen während des II. Vatikanischen Konzils. Der Aufruf sei kein bloßer Appell, sondern ein Auftrag zum Handeln.

Den ersten Impuls zum SEHEN setzte der Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Mitbegründer von Attac Sven Giegold. „Nicht am Scheideweg, sondern am Abgrund. Die lebensbedrohende Dramatik der globalen Krisen.“ In seinem Vortrag ging er auf die drei Kernfelder des Aufrufs ein: Die Zerstörung der Schöpfung, der Rückzug der Sozialstaat-lichkeit sowie die Finanzkrise.
Als „Schlüsselprojekte“ benannte Giegold ein neues Wohlstandsmodell, die Verteidigung der Sozialstaatlichkeit, die Regulierung der Finanzmärkte sowie die Notwendigkeit weltweiter Problemlösungen. Der Kirche, die noch quer durch alle Schichten vertreten ist, gab er den Auftrag mit, glaubwürdig zu sein und das Richtige zu tun, nicht das Mainstraimmäßige sowie klar und eindeutig zu den Werten des Evangeliums zu stehen.

Den zweiten Impuls zum URTEILEN trug Prälat Bernd Klaschka (Bild links) vor, Geschäftsführer der bischöflichen Aktion Adveniat. „Auf dem Weg zu einer prophetischen Kirche. Glaube und Glaubwürdigkeit verpflichtet zum Handeln.“ Er definierte Propheten als Änderungsprediger, nicht als Absegner dessen, was ist und stellte im Anschluss an die Propheten des Alten Testaments wie Amos vier Propheten der neueren Geschichte bzw. der heutigen Zeit vor: Antonio de Montesinos OP; Epifanio de Moirans OFMCap, Bischof Oscar Romero und Bischof Erwin Kräutler.

Der zweite Tag zum HANDELN begann mit einem Geistlichen Morgenimpuls von P. Helmut Schlegel ofm (Bild links). „Exil ist Überschwemmungszeit“ – Jesaja damals – Kirche heute.

Kurzberichte aus verschiedenen Lebensbereichen verdeutlichten Handlungsmöglichkeiten heute. Jürgen Schmitt berichtete von seinen Erfahrungen als Stadtverordneter in Idstein, Vanessa Treike von ihrer Volunteer-Zeit in Kamerun, Thomas Schmitt als Arbeiterpriester von seinem Engagement als Betriebsratsvorsitzender, Gemeindeleiter und Sprecher in Deutschland für die Landlosenbewegung in Brasilien, Sr. Miriam Altenhofen von ihren Versuchen, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der Ordensgemeinschaft der Styler Missionarinnen und mit Missionar/innen auf Zeit zu konkretisieren, Prof. Dr. Thomas Schreijäck von den Möglichkeiten und Optionen einer Interkulturellen Theologie.



In Kleingruppen wurden Reaktionen, Motivationen und Aktionen der Teilnehmenden geteilt und Handlungsfelder in Kirche und Gesellschaft konkretisiert (Öffentlichkeitsarbeit, Quellen- und Feuerorte, Good Practise, Kirche als Wirtschaftsfaktor, Wachstumsbegriff, Interreligiöse Zusammenarbeit). Die Ergebnisse, Ideen und Vorschläge wurden im Plenum zusammengetragen und von einer Initiativgruppe weiter verfolgt.

Drei Beobachter/innen trugen abschließend ihre Eindrücke zusammen: Dr. Boniface Mabanza (KASA), Christa Nickels (Mitglied des ZDK) (Bild links) und Sr. Miriam Altenhofen (Provinzoberin der Styler Missionarinnen) gaben Auskunft über die Fragen: Was braucht Kirche? Wie geht der Prozess weiter? Was nehme ich mit?.

Bilder und Text: Br. Stefan Federbusch


Der Aufruf kann im Internet unterzeichnet werden.
Nähere Informationen unter: www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de/


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34