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Klarissen-Kapuzinerinnen verlassen Trier
Die Klarissen-Kapuzinerinnen des Kloster St. Clara auf dem Petrisberg in Trier lösen ihre Niederlassung auf. Die zehn Schwestern werden Ende November von den Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung in Mainz aufgenommen.

In einem Gottesdienst mit Bischof Stephan Ackermann haben sie bereits am 10. September 2016 offiziell Abschied genommen.


„Die Klarissen werden uns fehlen“

TRIER. Über 300 Gäste nahmen am 10. September zusammen mit Bischof Stephan Ackermann offiziell Abschied von den Trierer Klarissen-Kapuzinerinnen. Nach insgesamt 96 Jahren in der Moselstadt zieht der Orden zum Ende des Jahres in einen Konvent nach Mainz um. Obwohl es eigentlich ein trauriger Anlass war, der die vielen Gäste im Kloster auf dem Petrisberg zusammenführte, stand das Dankeschön im Mittelpunkt. Das Kloster St. Clara sei eine ‟Gabe und Geschenk des Herrn“ gewesen, sagte Bischof Ackermann, ‟das wir dankbar an- und wahrnehmen sollen“. So habe es sicher auch der Trierer Bischof Felix Korum gesehen, als er 1920 den ersten Schwestern in Heiligkreuz ein Bleiben ermöglichte. Zehn Jahre später war dank umfangreicher Spenden der Umzug ins neue Kloster St. Clara möglich.

Nun sei der Zeitpunkt gekommen, an dem man wieder loslassen müsse, sagte Ackermann weiter. Über Jahre sei der Prozess gereift, der die zehn Schwestern im Trierer Konvent zur Übersiedlung nach Mainz bewogen habe. Die Gemeinschaft der Klarissen sei eine ‟kleine Stadt auf dem Berg“, aber keineswegs abgerückt von den Menschen. Die Schwestern seien immer offen für die Anliegen der Menschen. ‟Klöster wie dieses sind Einfallstore für Gottes Kommen in dieser Welt“, sagte Bischof Ackermann und betonte: ‟Sie werden uns fehlen!“

Auch Schwester Benedikta Fuchs, Äbtissin des Klosters, stellte in ihrer Ansprache den Dank in den Vordergrund. In den Jahrzehnten in Trier hätten die Schwestern vielfältige Unterstützung und Hilfen, Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung erfahren. Es falle ihnen schwer, aus Trier wegzugehen. Aber, so die Zusage aller zehn Ordensfrauen, auch in Mainz werden sie weiter für die Trierer Kirche und für die Menschen in der Stadt und im Bistum beten. ‟Und Sie sind eingeladen, uns zu besuchen“, lud die Äbtissin abschließend ein.


Bischof Stephan Ackermann im Gespräch mit Schwester Benedikta, die Äbtissin des Klosters St. Clara. [Foto: Bischöfliche Pressestelle]

Beim anschließenden Beisammensein im Kreuzgang und im Garten des Klosters erinnerten die Gäste an die Zeit, als das Kloster von den Nationalsozialisten als Gefängnis genutzt wurde, an die frühmorgendlichen Gottesdienste und vor allem an unzählige bereichernde Begegnungen mit den Schwestern. Die sind voraussichtlich noch bis Ende November am Petrisberg. (tr)

Quelle: www.trier-reporter.de


[Foto: Klaus Kimmling]

Die Kapuzinerinnen verlassen die Stadt - Kloster St. Clara auf dem Petrisberg in Trier wird aufgelöst


(Trier) Ein weiterer Orden hat seinen Rückzug aus Trier angekündigt. Nach knapp 100 Jahren wird das Kloster der Klarissen-Kapuzinerinnen aufgegeben. Wann die zehn Schwestern ihr Domizil hoch über Stadt mit herrlicher Aussicht und begehrter Wohnlage räumen, wird in Rom entschieden.

10.02.2016 Harald Jansen Trier. Es sind nur wenige Meter. Und trotzdem scheint es so, als ob Welten dazwischenliegen: Der Aussichtspunkt an der Sickingenstraße oberhalb des Amphitheaters ist ein beliebter Anziehungspunkt für Reisegruppen, Liebespaare und andere Menschen, die den Blick auf die Stadt genießen wollen. Nur wenige Meter davon leben hinter einer hohen Mauer zehn Schwestern vom Orden der Klarissen-Kapuzinerinnen in strenger Klausur (siehe Extra). Vermutlich noch in diesem Jahr werden sie Trier verlassen. Äbtissin Schwester Maria Benedikta Fuchs sagt: "Die Entscheidung, das Kloster St. Clara aufzugeben, kommt nicht aus einem Zwang heraus; wir haben sie gemeinschaftlich und aus freien Stücken getroffen." Schon länger habe die Gemeinschaft gespürt, dass sie das "Ordensleben in der jetzigen Form nicht mehr aufrechterhalten kann."

Schweigen und beten

Anders als beispielsweise die in der Alten- und Krankenpflege aktiven Borromäerinnen oder Barmherzigen Brüder wird das Klosterleben vor allem durch die Klausur, das Schweigen und Beten bestimmt. Die Klarissen-Kapuzinerinnen bauen eigenes Obst und Gemüse an und profitieren von Geld- und Sachspenden. Da die Gemeinschaft ein Orden päpstlichen Rechts ist, wird im Vatikan entschieden, ob und wie es mit dem Kloster weitergeht. "Wir haben daher unsere Pläne - in Abstimmung mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann - nach Rom gemeldet und warten derzeit auf eine Rückmeldung", sagt die Äbtissin. "Wir gehen aber davon aus, dass unseren Plänen zugestimmt wird und wir noch in diesem Jahr umziehen können."

Die neue Heimat der Trierer Schwestern soll Mainz werden. Die fünf dort lebenden Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung haben angeboten, die zehn Trierer Schwestern im Alter zwischen 42 und 86 aufzunehmen. Äbtissin Schwester Maria Benedikta Fuchs: "Mit diesem Angebot ist beiden Klöstern geholfen." Wie es mit dem Gebäude und dem Gelände auf dem Petrisberg weitergehen soll, ist derzeit noch nicht entschieden. Das Gelände ist rund zwei Hektar groß und umfasst neben dem eigentlichen Klostergebäude auch eine Kirche. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Schwesternaltenheim der Borromäerinnen Haus Maria Frieden und Kloster St. Josef sowie einige repräsentative Wohnhäuser. Welche mögliche künftige Nutzung des Geländes denkbar ist, ist in Sichtweite des Klosters St. Klara zu sehen. In der Heiligkreuzer Bernhardstraße stand bis 2011 das Kloster der Schwestern des Missionsordens Unserer lieben Frau von Afrika (Weiße Schwestern). Das Gebäude ist inzwischen einem Neubauprojekt gewichen, bei dem zahlreiche Eigentumswohnungen entstanden sind. Das Interesse an einer ähnlichen Nutzung des St.-Clara-Geländes dürfte auch hoch sein. Alleine wegen der wohl unverbaubaren Aussicht auf die Stadt.

Extra

Zehn Klarissen-Kapuzinerinnen kamen 1920 aus dem niederländischen Vaals nach Trier. Sie bezogen ein Haus am Kiewelsberg im Stadtteil Heiligkreuz. 1930 zog die Gemeinschaft in das heutige Klostergebäude auf dem Petersberg um. Lebten 1959 noch 33 Schwestern dort, hat sich die Zahl im Laufe der Jahre verringert. Im Jahr 2000 gehörten zwölf Schwestern der Gemeinschaft an. Aktuell sind es zehn. Der in sich gekehrte (kontemplative) Zweig der Klarissen-Kapuzinerinnen ging aus der franziskanischen Reformbewegung hervor. har

Quelle: www.volksfreund.de

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Letzte Aktualisierung: 2016/11/09 19:49