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Kirchenentwicklung und Glaube im Alltag
Die Ausgaben 3/2017 und 4/2017 der Zeitschrift FRANZISKANER nehmen sowohl den Glauben des Einzelnen als auch der Gemeinschaft in den Blick. Sie fragen, wie Kirche der Gegenwart und Zukunft durch einen partizipativen Ansatz gestaltet werden kann.


Heute Kirche von morgen sein

Wer mit einem Team ein Zukunftsprojekt startet, wird seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut ausrüsten, mit einem Koffer voller Ideen, Methoden und Handwerkszeug losschicken. Jesus tut genau das Gegenteil: „Nehmt nichts mit auf den Weg!“, sagt er seinen Jüngern, als er sie aussendet, das Reich Gottes anzusagen und Kranke zu heilen. Wovon leben die Jünger ohne Vorratstasche? Sie leben nicht von Dingen, sondern von Beziehungen. Sie leben aus der Beziehung zu Jesus, der sie sendet. Und sie leben aus der Beziehung zu den Menschen, zu denen sie gesandt sind und die ihnen ihre Häuser öffnen. – Sicherlich nicht alle, aber doch so viele, dass es reicht.

Und wovon leben wir als Kirche heute? Wir haben viel angesammelt und schleppen viel mit uns herum, Traditionen und Besitztümer, Geschichte und Strukturen. Das ist ein großer Reichtum. Doch allein hiervon können auch wir nicht leben. Kirche wird Zukunft haben, wenn sie in der lebendigen Beziehung zu Jesus bleibt. Und sie wird Zukunft haben, solange sie nicht vergisst, dass sie zu den Menschen gesandt ist. Sie hat diesen Menschen etwas zu geben. Aber bevor sie gibt, darf sie von denen empfangen, die sie in ihre Häuser aufnehmen.



Die Kirche in Deutschland ist in einem rasanten Umbruch. Vieles, was lange selbstverständlich war, ist abgebrochen. Sterbende Gemeinden und Gemeinschaften können traurig machen. Vieles wird ausprobiert. Sichere Zukunftsrezepte oder gar Garantien hat niemand. Wie die Kirche von morgen aussieht, weiß heute keiner. Was braucht die Kirche der Zukunft? Vielleicht nimmt uns Jesus auch heute die Vorratstasche aus der Hand wie damals den Jüngern. So als wollte er sagen: „Lasst daheim, was euch auf dem Weg nur behindert. Lebt aus der Beziehung zu mir. Lasst euch auf die Menschen ein, zu denen ihr gesandt seid. Lebt eure Berufung.“ Nicht unsere Strukturen und Institutionen werden über die Zukunft der Kirche entscheiden, sondern die Ehrlichkeit und die Qualität unserer Beziehungen zu Gott und zu den Menschen. Was braucht die Kirche der Zukunft? Mit dem Titelthema dieser Zeitschrift FRANZISKANER laden wir Sie ein, mit uns darüber nachzudenken und sich dort, wo Sie leben, aktiv in den Prozess der Kirchen- und Gemeindeentwicklung einzubringen.

Weitere Themen
• Franziskanische Schulen – Relikte vergangener Zeiten oder eine Chance für die Zukunft?
• Jemen – Ein menschengemachtes Desaster
• Franziskanische Familie – Klara und die Klarissen
• Franziskaner sein – Claus Scheifele: Ein Abenteuer mit Gott
• Kleines theologisches Wörterbuch: Der Weg

Kostenlos erhältlich in allen Franziskanerklöstern und Häusern, im Direktversand an tausende Bezieher und direkt zum online lesen unter https://franziskaner.net/heute-kirche-von-morgen-sein/


Glaube im Alltag:
Zwischen Schwarzbrot und Sahnetorte


Vielleicht weckt das Thema Ihr Interesse: Glaube nicht in weltabgewandter Frömmigkeit oder im außergewöhnlichen Event, kein Glaube für Fachleute und besonders Fromme, sondern eben im Alltag, im normalen Leben für normale Christen. Vielleicht finden Sie diesen Titel aber auch völlig überflüssig: Wo, bitteschön, sollte denn mein Glaube sich ausdrücken, wenn nicht in meinem Alltag?

Die Bibel kennt durchaus Gottesoffenbarungen an „heiligen Orten“ und in außergewöhnlichen Situationen. So etwas hat bis heute seinen Reiz. Der Normalfall ist das nicht. Elija muss lernen, dass Gott sich nicht in spektakulären Erscheinungen zeigt, in Erdbeben und Sturm, sondern alltäglich in einem leichten Luftzug. Als Gott Mensch wird, geschieht das in diesem Zimmermannssohn so alltäglich, dass viele Fromme daran Anstoß nehmen. Und auch die Jünger werden im Alltag berufen, beim Fischfang und im Zollbüro.



„Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.“ Anton Tschechow hat auch geistlich Recht. Die große Herausforderung ist nicht das erste leidenschaftliche Ja, sondern die Bereitschaft, eine Beziehung ein Leben lang zu gestalten: beruflich jenseits der 50 nicht einfach alles laufen lassen, Verantwortung für Kinder oder einen Kranken übernehmen, bei immer neuen Widerständen im Engagement für eine gute Sache nicht nachlassen, im Älterwerden zwischen Gewohnheit und Enttäuschung wach bleiben für den Anruf Gottes. – In diesem Kleinklein zeigt sich die Größe eines Lebens. Wie gehe ich mit Misserfolg um, mit Schuld, Krankheit, Tod – diese großen Fragen stellen sich gerade im Alltag. Und im Alltag gedeihen große Tugenden: Treue, Geduld, Hoffnung, Ehrlichkeit. Von außen mag der Alltag grau erscheinen, innen kann er wertvolle Schätze bergen. Und vor allem: Ich muss Gott nicht in meinen Alltag hineintragen – er ist schon da! Glaube im Alltag, das ist die Erfahrung des müden Jakob irgendwo am Wegrand: „Wirklich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.“

Weitere Themen
• Atomwaffenverbot – eine Menschheitsfrage
• Hüter Heiliger Stätten: 800 Jahre Franziskaner im Heiligen Land
• Kleines theologisches Wörterbuch: Mystik
• Bist Du verrückt? – Postulant Felix Eicke über seine Idee Franziskaner zu werden
• Ein Weg, der bewegt: Eine komplette Schulgemeinde reist nach Rom und Assisi

Kostenlos erhältlich in allen Franziskanerklöstern und Häusern, im Direktversand an tausende Bezieher und direkt als Flash PDF zum online lesen unter:  https://franziskaner.net/glaube-im-alltag/

Sie können sie die Zeitschrift auch als Druckausgabe bestellen:
Provinzialat, Zeitschrift Franziskaner
Sankt-Anna-Strasse 19
80538 München
Tel.: 089 211 26-150
Frau Röckenwagner
eMail: zeitschrift@franziskaner.de

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Letzte Aktualisierung: 28.12.2017 18:29