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Ein Lebensanker in der Konsumwelt
Der Franziskustreff im Liebfrauenkloster feiert 25. Jubiläum. Vor 25 Jahren hat Bruder Wendelin hier zum ersten Mal Obdachlose verköstigt. Heute betreut Br. Michael Wies mit einer Hauswirtschafterin und vielen Ehrenamtlichen die Einrichtung im Herzen der Mainmetropole.


Der Franziskustreff im Liebfrauenkloster feiert 25. Jubiläum

Zum Geburtstag stehen Muffins auf den Tischen und ein großes Schild „25 Jahre“ hängt über der Anrichte im Saal des Franziskustreffs des Liebfrauenklosters in Frankfurt.
„Vor 25 Jahren hat Bruder Wendelin hier zum ersten Mal Obdachlose verköstigt."


© Bild: Peter Klein

Bruder Paulus Terwitte berichtet von den Anfängen: Bruder Wendelin, der bereits an anderen Wirkungsstätten Erfahrungen in der Arbeit mit Obdachlosen gesammelt hatte, sei es darum gegangen, nicht nur Brot zu geben, sondern den Anderen kennenzulernen. Von Anfang an sei eine Sozialarbeiterin für persönliche Hilfen in den Franziskustreff eingebunden gewesen. „Wir wollen, dass die Menschen nicht nur satt vom Tisch aufstehen, sondern aus ihrer Obdachlosigkeit aufstehen“, so Bruder Paulus.

Sieben Uhr dreißig, rund 40 Menschen stehen vor der Tür, viele durchgefroren, von einer Nacht im Freien, freuen sie sich auf ein ordentliches Frühstück und einen warmen Kaffee. Auch Marco ist unter Ihnen. Doch er friert heute nicht mehr im Freien. Er ist nicht nur weg von den Drogen, sondern hat auch eine eigene Wohnung. Längst sind es nicht nur Obdachlose, die zum Frühstück in den Franziskustreff kommen. Mehr als die Hälfte der Menschen sind ältere Leute, die sich einsam fühlen oder kleine Renten haben, Hartz IV Empfänger die mit ihren Sätzen nicht über die Runden kommen oder osteuropäische Migranten.


(c) Bild: Peter Klein

Möglich macht das neben dem Engagement des Klosters vor allem das Engagement der freiwilligen Helfer und der Spender. Viele der Brotaufstriche sind selbstgemacht und von Landfrauen aus dem Odenwald oder Spessart gestiftet. Jutta Lotz ist morgens die Erste in der Küche. Seit Oktober ist sie als Hauswirtschafterin angestellt. Nach und nach finden sich sechs Helfer ein, die das Frühstück für diejenigen vorbereiten, die in der Leistungsgesellschaft nicht mithalten können. Bevor Jutta Lotz angestellt war, hat sie eineinhalb Jahre ehrenamtliche beim Frühstück mitgearbeitet. Auf die Frage warum sie das macht, hat die 46-Jährige eine einfache Antwort: „Weil es mir gut geht im Leben und ich etwas zurückgeben möchte. Ich bin in einer glücklichen Familie aufgewachsen, führe eine glückliche Ehe und habe zwei gesunde Kinder. Glücklich sein ist nicht an Geld gebunden, es gibt andere Werte im Leben“.

© Text und Bilder: Peter Klein

Quelle: www.kapuziner.de

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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 30.11.2017 20:39