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INFAG-Projekt Hermeskeil ist eröffnet!
„Wir sind mit offenen Armen in Hermeskeil empfangen worden“, freuen sich die drei Franziskanerinnen, die seit Mitte September das ehemalige Franziskanerkloster wieder mit Leben erfüllen und damit die fast 100-jährige franziskanische Tradition in Hermeskeil weiterführen.

Das Besondere daran: Jede der drei Schwestern ist in einer anderen franziskanischen Kongregation zu Hause – Schwester Dorothea-Maria Slabschie ist Waldbreitbacher Franziskanerin, Schwester M. Elke Weidinger Sießener Franziskanerin und Schwester M. Beate Kleß stammt aus dem Kloster der Franziskanerinnen in Dillingen.


Projekt Hermeskeil eröffnet

Fast ein Jahr stand das Klösterchen, wie es im Ort liebevoll genannt wird, leer, nachdem Ende Oktober 2016 die letzten Franziskanerbrüder Hermeskeil verlassen hatten. Dass jetzt hier Franziskanerinnen leben, ist der INFAG zu verdanken. Die interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft, plante nämlich, das Gebäude für ein geistliches Zentrum zu nutzen. Die Franziskaner waren bereit die Kosten für das Kloster bis zum Beginn des Projektes weiter zu übernehmen und es dann kostenlos zur Nutzung für drei Jahre zu überlassen. Dafür danken wir den Brüdern sehr herzlich. Am 3. Juli 2016 wurde von Bürgern, die sich mit der Schließung des Klosters nicht abfinden wollten der Förderverein „Klösterchen Hermeskeil“ gegründet, der zum Unterhalt der Gebäude und zur Erbringung ehrenamtlicher Hilfsdienste beiträgt.

Es folgte ein Jahr lang eine intensive Planung und Vorbereitung zusammen mit der Diözese, der Pfarrei St. Franziskus, dem Förderverein, den beteiligten Ordensgemeinschaften und den Franziskanern. Ohne das große Engagement von Sr. Evamaria Durchholz wäre das Projekt vermutlich noch nicht so weit, wofür wir ihr hier an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich danken wollen!


Die interfranziskanische "Besatzung" im Projekt Hermeskeil (v.L.n.r.) Sr. Beate Kleß, Sr. M. Elke Weidinger und Sr. Dorothea-Maria Slabschie mit der Projektbegleiterin Sr. Evamaria Durchholz (2. v. r.)

Jede franziskanische Gemeinschaft erhielt die Anfrage, ob es bei ihnen Schwestern oder Brüder gebe, die sich vorstellen könnten, an diesem auf drei Jahre angelegten Projekt mitzuarbeiten. „Wir Drei sind die Antwort auf den Brief der INFAG“, so Schwester Elke. Sie freut sich sehr, dass sie von ihrer Generaloberin gefragt wurde, ob sie nach Hermeskeil gehen wolle. Die 53-jährige Gemeindereferentin war schon einmal sieben Jahre im Allgäu in einem geistlichen Zentrum tätig. „Die Arbeit hat mir große Freude gemacht, und ich habe deshalb sofort Ja gesagt“, erinnert sie sich. Schwester M. Beate hatte den Brief der INFAG bei ihrer Arbeit im Sekretariat der Ordensleitung gelesen. „Darin stand ausdrücklich, dass auch ältere Ordensmitglieder für diese Aufgabe geeignet seien“, so die 70-jährige ehemalige Lehrerin. „Ich fühle mich noch jung genug für eine neue Herausforderung.“ Deshalb habe sie ihre Provinzoberin darauf angesprochen, und diese stimmte ihrem Wunsch zu. Schwester Dorothea-Maria, die mit 40 Jahren jüngste der drei Ordensfrauen, war von Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar gefragt worden. Auch sie sagte „Ja“, denn sie wollte nach Abschluss ihres Juniorates gerne seelsorglich tätig sein.


Vertreterinnen der am Projekt beteiligten Gemeinschaften Von links nach rechts: Sr. Edith Krupp (Maria Medingen), Sr. Corda (Maria Medingen), Sr. Magdalena Krol (Olpe), Sr. Dorothe-Maria (Waldbreitbach), Sr. Elke Weidinger (Sießen), Sr. Marie-Jose Windholz (Sießen), Sr. Anna Franziska Kindermann (Sießen), Sr. Edith Maria Magar (Waldbreitbach), Sr. Marianne Willjung (Maria Medingen), Sr. Beate Kleß (Maria Medingen), Sr. Christina Mülling (Sießen), Sr. Evamaria Durchholz (Waldbreitbach).

Mit ihrer Entscheidung für das Projekt sprangen die drei Schwestern gleichsam ins kalte Wasser. Zu diesem Zeitpunkt kannten sie sich nicht. Sehr schnell stellten sie aber fest, „dass wir in vielen Bereichen ganz ähnlich ticken“, so Schwester Elke. Ob es um das gemeinsame Kochen geht – alle Drei mögen eine spontane, kreative Küche –, oder darum, einen Namen für ihre neu entstandene Gemeinschaft zu finden.

„Wir waren uns beispielsweise einig, dass unsere Kommunität St. Clara heißen soll“, sagt Schwester Dorothea-Maria.


Kirchenfenster der hl. Klara in Hermeskeil
[Foto: Sr. Christina Mülling]


Auch ihre franziskanische Spiritualität verbindet sie. So hat das Kreuz von San Damiano für sie eine ganz besondere Bedeutung. „Denn es zeigt, dass das ganze Leben von der Liebe Gottes umschlossen ist und er alle Wege mit uns geht“, so Schwester Elke. Diesen Glauben wollen die Drei gemeinsam in Hermeskeil leben und in die Gemeinde zu den Menschen tragen.

Und so starten sie mit vielen Ideen in das Projekt, dessen Leitung bei der INFAG liegt. Schwester Evamaria Durchholz, Vorstandsmitglied der INFAG und Generalrätin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, ist ihre Ansprechpartnerin. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam etwas aufbauen können“, sagen alle drei unisono. Sie wollen regelmäßige Gebetszeiten, Gesprächskreise zu biblischen Themen und zur franziskanischen Spiritualität sowie geistliche Begleitung anbieten. Da es im Kloster Gästezimmer gibt, wird ihre Tür in Zukunft auch Menschen offen stehen, die Interesse haben, eine Zeitlang in ihrer Gemeinschaft mitzuleben. Gleichzeitig wollen sie die Gruppen und Initiativen kennenlernen, die es vor Ort schon gibt. „Viele Haupt- und Ehrenamtliche haben großes Interesse daran, mit uns zusammenzuarbeiten“, so Schwester Elke.


Die Schwestern stellen sich im Gottesdienst der Gemeinde vor.
[Foto: Sr. Christina Mülling]


Derzeit stehen die Schwestern allerdings noch am Anfang. „Die letzten Wochen haben wir vor allem mit Putzen verbracht“, so Schwester Elke. Dabei wurden sie tatkräftig von Mitgliedern des Fördervereins unterstützt, der sich gegründet hatte, als feststand, dass die Franziskanerbrüder Hermeskeil verlassen würden. Sie haben sich in den vergangenen Monaten um das Gebäude und den Garten gekümmert und auch dafür gesorgt, dass weiterhin regelmäßig sonntagabends Gottesdienste in der Klosterkirche gefeiert werden konnten.


Beim Eröffnungsgottesdienst

Zur Begrüßung der Ordensschwestern hatten sie Ende September zu einem großen Fest eingeladen und so die Schwestern herzlich willkommen geheißen. Das Fest begann mit einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Prälat Dr. Holkenbrink und Grußworten von der Vorsitzenden des Fördervereins, der Infag, des Bürgermeisters. Anschließend lud der Förderverein zu einem Gartenfest ein, wo er für das leibliche Wohl und musikalische Gestaltung sorgte.


Grußwort der INFAG-Vorsitzenden Sr. Magdalena Krol
[Foto: Sr. Christina Mülling]


Wir wünschen der Gemeinschaft Gottes Segen für ihren gemeinsamen Weg!

Die Gemeinschaft ist noch offen, eine Schwester oder einen Bruder in das Team aufzunehmen.

Der Artikel wurde zum großen Teil von Andrea Schulze geschrieben und im Infoblatt Horizonte der Waldbreitbacher Franziskanerinnen herausgegeben. An manchen Stellen wurden Ergänzungen von Sr. Christina Mülling eingeschoben. Wir danken für die freundliche Überlassung des Artikels.

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Letzte Aktualisierung: 12.10.2017 17:06