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Kooperation ITZ mit Haus Mariengrund
Das Institut für Theologische Zoologie hat einen Kooperationsvertrag mit dem Haus Mariengrund abgeschlossen und dort seit 1. Februar 2017 am Stadtrand von Münster seinen Sitz.

Das neue ITZ-Programm beginnt mit der Auftaktveranstaltung – einem Symposium zum Mensch-Tier-Verhältnis - in Haus Mariengrund am 9. April 2017.


Es ist so weit! Am 1. Februar 2017 wurde die Kooperation zwischen ITZ und Haus Mariengrund in Münster vertraglich besiegelt.

Die folgenden Auszüge aus dem Kooperationsvertrag zeigen Ihnen das große Bestreben, den Appell von Laudatio Si mit entsprechenden Angeboten in die Tat umzusetzen.

Bestärkt durch den Aufruf des Papstes Franziskus an „die gesamte Menschheitsfamilie“ in der Enzyklika Laudatio Si‘ vom 24. Mai 2015 sich für „die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen“ (LS 13), stark zu machen, setzen sich Haus Mariengrund und das ITZ gemeinsam für den nachhaltigen und achtsamen Umgang mit der Umwelt und den Geschöpfen ein.
Gemeinsam entwickeln Haus Mariengrund und das ITZ Formate für die Bereiche
(1) Wissenschaft und Forschung,
(2) Pädagogik und Katechese,
(3) Projekte und Kooperationen.
Insbesondere soll ein Kompetenzzentrum für Schöpfungsspiritualität aufgebaut werden. Durch Bildungsveranstaltungen, Einkehrtage, Naturerlebnisangebote und praktisches Arbeiten mit Tieren und Pflanzen wollen beide Einrichtungen im Rahmen ihrer Kooperation die „Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung“ (LS 13) unterstützen und für den „Eigenwert eines jeden Geschöpfes“ (LS 16) sensibilisieren. Diese Angebote wollen konkrete Erfahrungsräume und Reflexionsorte eröffnen, wo Denken und Handeln interdisziplinär und ganzheitlich in Beziehung gesetzt werden.
Die gemeinsamen Angebote zeichnen dabei maßgeblich drei Dimensionen aus:
• die Verbindung von politischer und spiritueller Kompetenz
• die Allianz von Naturwissenschaft und Theologie
• die ökumenische und religionsverbindende Dimension
Beide Einrichtungen laden im Rahmen ihrer Kooperation „alle Menschen guten Willens“ dazu ein, sich an dem Einsatz für Schöpfung und Natur zu beteiligen.


Schwester Juttamaria (HMG) und Dr. Rainer Hagencord (ITZ) bei der Vertragsunterzeichnung

Dank unseres Umzugs an den Münsteraner Stadtrand steht unser Jahresprogramm 2017 verstärkt im Zeichen der Naturwahrnehmung; während die wissenschaftliche Arbeit, u.a. mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) und der Katholischen Hochschule (KatHO) in Münster und Köln, selbstverständlich weiterläuft.

Das neue ITZ-Programm beginnt mit unserer Auftaktveranstaltung in Haus Mariengrund am Palmsonntag, 9. April 2017 um 17 Uhr.

Symposium zum Mensch-Tier-Verhältnis
Auftaktveranstaltung in Haus Mariengrund


Das Mensch-Tier-Verhältnis aus unterschiedlichen Fachbereichen zu beleuchten verdeutlicht die interdisziplinäre Arbeit der Theologischen Zoologie. Denn gerade durch die interdisziplinäre, durchaus auch kontroverse Zusammenarbeit und neueste Erkenntnisse der Disziplinen lässt sich eine neue Anthropologie entwickeln, eine neue Sicht auf das anthropozentrische Weltbild: Wie kann sich der Mensch zukünftig in der Welt verstehen, in seiner Beziehung gegenüber der gesamten Schöpfung, in seiner Verantwortung gegenüber seiner nicht menschlichen ‚Mit-Welt‘, im Fokus der Theologischen Zoologie: gegenüber den Tieren? Mit Beiträgen von Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter (christliche Theologie), Asmaa El-Maaroufi (muslimische Theologie), Hans Scholten (tiergestützte Intervention), Prof. Dr. Chadi Touma (Verhaltensbiologie).


v.l.o.: Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter (Christliche Theologie, Köln); Asmaa El Maaroufi (Islamische Theologie, Universität Münster); Hans Scholten (Tiergestützte Intervention, Raphaelshaus Dormagen); Prof. Dr. Chadi Touma (Verhaltensbiologie, Universität Osnabrück)

Die Referentinnen & Referenten

Die evangelische Theologin und ehemalige Bischöfin der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Bärbel Wartenberg-Potter, ist seit der Institutsgründung Vorsitzende des gegenwärtig 17-köpfigen ITZ-Kuratoriums. Ihr Impulsvortrag beleuchtet aus christlicher Perspektive unsere Verantwortung als Mensch gegenüber der gesamten Schöpfung, insbesondere gegenüber dem Tier. Die Islamwissenschaftlerin, Asmaa El Maaroufi, M.A., Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster, wird einen Einblick auf das Mensch-Tier-Verhältnis im Islam geben. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. auf den Bereichen Schöpfungstheologie, Koranische Anthropologie, Islamische (Umwelt-)Ethik und Tierethik. Asmaa El Maaroufi ist seit 2016 Mitglied des ITZ-Kuratoriums.

Hans Scholten, Direktor des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus in Dormagen, wird aus der konkreten therapeutischen Arbeit für Jugendliche mit Pferden, Eseln, Lamas und Kamelen einen Einblick in die Tiergestützte Therapie und die heilende Wirkung von Tieren geben. Hans Scholten ist dem ITZ seit seiner Gründung verbunden und nun seit Kurzem auch Mitglied des ITZ-Kuratoriums. Eine weitere Perspektive zum Mensch-Tier-Verhältnis wird zudem Prof. Dr. Chadi Touma als leitender Verhaltensbiologe an der Universität Osnabrück eröffnen.

Die etwa 15-minütigen Impulsvorträge werden musikalisch von der Oboistin Stefanie Bloch umrahmt. Dr. Rainer Hagencord, Leiter des ITZ, wird die rund 1,5 stündige Veranstaltung moderieren. Im Anschluss an das Symposium gibt es Gelegenheit, die Bildungs- und Seminarstätte Haus Mariengrund zu besichtigen. Die Teilnahme ist kostenfrei!

Vertragsunterzeichnung für zwei Poitou-Esel aus Olfen


v.l. Bürgermeister Wilhelm Sendermann, Dr. Rainer Hagencord (ITZ), Esel Freddy, Norbert Niewind (Stadt Olfen), Esel Fridolin, Hakan Cetinyilmaz (ITZ). Foto: Dr. Helga Kretzschmar Freddy & Fridolin

Am 28. März 2017 hat der Leiter des ITZ, Dr. Rainer Hagencord, den Vertrag für die zunächst einjährige Leihgabe von zwei Poitou-Eseln unterschrieben. Poitou-Esel (benannt nach dem Gebiet Poitou im Westen Frankreichs) gehören zu den größten Eselrassen, haben ein langes, zottiges, dunkelbraunes Fell und sind gefährdet. Sie sollen zunächst probeweise auf dem Gelände von Haus Mariengrund bzw. auf der benachbarten landwirtschaftlichen Wiese einziehen, mit dem Ziel nach einem Jahr vom ITZ erworben zu werden. Die beiden zweijährigen Wallache stammen aus dem Naturgebiet Steveraue in Olfen, wo auch eine Zucht betrieben wird. Neben dem hohen ehrenamtlichen Engagement bei der Betreuung und Versorgung der Tiere durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ITZ- Fördervereins werden Tierpfleger des Allwetterzoos Münster sowie Norbert Niewind, Tierpfleger der Stadt Olfen, bei der fachkundigen Haltung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ziel ist es, zukünftig Exerzitien in Verbindung mit Eselwanderungen anzubieten. Bis dahin ist es jedoch noch ein längerer Weg des gegenseitigen Kennenlernens von Betreuerinnen und Betreuern mit den beiden ‚Zotteltieren‘ und deren behutsamer Ausbildung. Wir freuen uns sehr auf die baldige Ankunft von Freddy und Fridolin.

Nähere Informationen unter: www.theologische-zoologie.de

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Letzte Aktualisierung: 05.04.2017 15:03