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100 Jahre Kapuziner in Frankfurt-Liebfrauen
Mit einer Festwoche vom 17.-25. Juni 2017 erinnern die Kapuziner daran, dass sie seit 100 Jahren an der Liebfrauenkirche in Frankfurt wirken. Ihre Geschichte mit der Stadt am Main ist aber viel älter – und reicht zurück bis kurz nach der Gründung der Kapuziner, ins Jahr 1528.

In diesen Tagen erinnern die Kapuziner auch an die erste Teilung des Ordens der Franziskaner im Jahre 1517. Zehn Jahre später, 1527, entstanden dann die Kapuziner aus der franziskanischen Gemeinschaft. Bis heute gehören sie zur franziskanischen Familie.


Frankfurt franziskanisch – Doppeltes Gedenken bei den Kapuzinern

Programm der Festwoche


Samstag, 18. Juni 2017
Festliches Konzert
LOBGESANG von Felix Mendelssohn

Sonntag, 18. Juni 2017
Konzertlesung HERZTÖNE.
Lauschen auf den Klang des Lebens
Martin Schleske und Alban Beikircher

Dienstag, 20. Juni 2017
VORTRAG
Die Kapuziner im 16. und 17. Jhd. in Frankfurt am Main
Dr. Roman Fischer

Sonntag, 25. Juni 2017
FESTGOTTESDIENST
mit Bischof Georg Bätzing

Das Jahr 2017 ist geprägt vom 500. Jahrestag der Reformation – und damit vom Gedenken an die Kirchenspaltung. Aber in der Geschichte katholischer Orden spricht das Jahr 1517 noch von einer anderen Trennung: Der Erste Orden des heiligen Franziskus erinnert sich an seine erste rechtliche Teilung vor 500 Jahren.



Bereits zehn Jahre später entsteht ein neuer Ordenszweig: die Kapuziner. Das Datum 1517 – 2017 ist dabei mehr als nur ein mathematischer Zufall. Die Geschichte der „Minderbrüder" und die Geschichte der Reformation haben vielfältige inhaltliche Überschneidungen, vor allem in Frankfurt am Main. Und hier sowie in Hofheim am Taunus wird deshalb auch im Juni Jubiläum gefeiert.

Wie Bruder Christophorus Goedereis, der Kirchenrektor an Liebfrauen, dem Citykloster der Kapuziner in Frankfurt, berichtet, kommen um das Jahr 1230 die ersten franziskanischen Ordensleute nach Frankfurt. Unter dem Namen „Barfüßer“ lassen sie sich an der Paulskirche nieder. Eben diese „Barfüßer“ sind später die ersten Prediger für die Reformation – und werden dann auch selber protestantisch. Die Kapuziner – als neu entstandene Reformbewegung im Franziskusorden – kamen bereits 1528 nach Frankfurt. Schon bald danach werden sie wieder aus der Stadt ausgewiesen. Frankfurt war seinerzeit zu 98 Prozent protestantisch, auf katholische Ordensleute war man nicht gut zu sprechen.



Neunzig Jahre später kehren die Kapuziner wieder zurück in die Stadt. Mit der Säkularisation 1802/03 werden sie abermals vertrieben. 1900 lassen sie sich erneut in Frankfurt nieder, zunächst im Westend an der St.-Antonius-Kirche. 1917 holt man sie schließlich nach Liebfrauen. Dort wird nun, vom 17. bis 25. Juni, mit einer Festwoche das Jubiläum „100 Jahre Kapuziner an Liebfrauen“ gefeiert.

Den Auftakt macht ein Festkonzert am Samstag, 17. Juni, mit Mendelssohns „Lobgesang“. Höhepunkt ist ein festlicher Dankgottesdienst mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing am Sonntag, 25. Juni, um 11.30 Uhr in der Liebfrauenkirche in der Frankfurter Innenstadt, Schärfengäßchen.


Bischof Georg Bätzing beim Festgottesdienst in Liebfrauen

Bericht des Bistums Limburg unter www.bistumlimburg.de

Schon einige Tage vor dem Beginn der Jubiläumswoche, am Mittwoch, 14. Juni, waren 70 Ordensbrüder des Franziskusordens, zu denen die drei Ordenszweige Franziskaner, Minoriten und Kapuziner gehören, in der Frankfurter Paulskirche zu Gast. Aus Anlass des sogenannten Interfranziskanischen Mattenkapitels, eines spirituellen Treffens in Hofheim, haben sie an dieser Stelle auf ihre lange und bewegte Geschichte zurückgeschaut und „Frankfurt franziskanisch“ betrachtet. Anschließend waren sie zum Mittagsgebet in der evangelischen Katharinenkirche zu Gast – dem Ort, an dem die früheren Frankfurter „Barfüßer-Mönche“ die ersten reformatorischen Predigten hielten. In der Paulskirche kreuzen sich die historischen Linien von mittelalterlicher Stadtentwicklung, Reformation, Nationalversammlung und Staatsbildung. Die Nachfolger des heiligen Franziskus waren mit vielen dieser Ereignisse eng verbunden. Und natürlich wirken sie auch heute wieder mitten in der Stadt – nämlich im Kapuzinerkloster Liebfrauen.

Doris Wiese-Gutheil

Quelle: www.kapuziner.de

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Letzte Aktualisierung: 28.06.2017 16:51