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125 Jahre Klarissenkloster Kevelaer
Am 25. Oktober 2017 sind die Klarissen seit 125 Jahren in Kevelaer.
Mit einem Festgottesdienst mit Bischof Felix Genn feierten die derzeit 16 Schwestern mit vielen Gästen am 8. Oktober 2017 ihr Ortsjubiläum.


Festakt für (franziskanisch-klarianische) Ordensleute

Am 31. Oktober 2017 waren die Ordensleute eingeladen. Rund 60 Schwestern und Brüder aus den verschiedenen klarianischen und franziskanischen Klöstern kamen in Kevelaer zusammen. Provinzialminister Cornelius Bohl und Ordensassistent Heinz-Jürgen Reker zelebrierten die Festmesse.


v.l.n.r.: Georg Scholles OFM, Ordensassistent Heinz-Jürgen Reker OFM und Provinzialminister Cornelius Bohl OFM beim Festgottesdienst
[Fotonachweis: Br. Stefan Federbusch]


Programm am 31. Oktober 2017
10:00 h: Austauschrunde
11:45 h: Mittagshore und Mittagessen
14:00 h: Geschichtlicher Überblick und Kaffeerunde
16:00 h: Festgottesdienst








Geschwisterliche Begegnungen bei den Klarissen in Kevelaer
[Fotonachweis für alle Bilder: Br. Stefan Federbusch]


Klarissenkloster Kevelaer
[Fotonachweis: Br. Stefan Federbusch]

Geschichte

Kurzer geschichtlicher Überblick

25. Oktober 1892: Gründung des Klarissenklosters durch den Konvent der Klarissen aus Münster. 5 Klausurschwestern und 2 Außenschwestern begannen das Leben nach der Regel der hl. Klara.

27. September 1944: Die Kirche und das Kloster wurden durch Bomben zerstört. 2 Schwestern fanden den Tod, mehrere Schwestern wurden verletzt.

13. August 1945: Beginn des Wiederaufbaus des Klosters. Ab 1954 konnten die Schwestern das kontemplative Leben wieder beginnen.


Klarissenkloster Kevelaer
[Fotonachweis: Br. Stefan Federbusch]


Das Klarissenkloster heute

Unser Kloster liegt mitten im Wallfahrtsort Kevelaer, an einem verkehrsreichen Platz. Und genau mitten in diesem Lärm liegt der Lebensbereich der Schwestern. Das äußere Sich-Zurückziehen muss identisch sein mit dem inneren Sich-Öffnen für Gott und die Menschen.


Klarafigur im Klarissenkloster Kevelaer
[Fotonachweis: Br. Stefan Federbusch]


Siebenmal am Tag unterbrechen die Schwestern ihre umfangreichen Arbeiten um beim Chorgebet Gottes Lob zu singen. Beim Beten der Psalmen, beim Hören der Hl. Schrift, trägt die Schwester alles vor Gott: Glaube und Anbetung, Zweifel und Dunkelheit, Dankbarkeit und Klage, tiefe Freude und ergriffenes Staunen. Stellvertretend steht sie für viele Menschen. "Auf deinem Weg zu Gott ist dir mancher anvertraut, ohne dass du ihn kennst, ohne dass er dich kennt. Gott allein weiß es." schreibt Raphael Hombach. Die Feier der Liturgie mit den Gläubigen ist uns Schwestern ein besonderes Anliegen.

Quelle: www.klarissenkloster-kevelaer.de


125 Jahre Klarissen in Kevelaer

Kevelaer. Der Orden ist in der Marienstadt eine Institution. Inzwischen gibt es das Kloster hier 125 Jahre. Am Sonntag feiert Bischof Genn mit den Schwestern das Jubiläum. Von Wiebke Gosch Am Wochenende feiern die Klarissen-Schwestern das 125-jährige Bestehen ihres Klosters in Kevelaer. Die Geschichte der Abtei ist nicht nur gezeichnet von kirchlicher Gemeinschaft, sondern auch vom Zweiten Weltkrieg, in dem das Kloster zerbombt und daraufhin in zehn Jahren schließlich wieder aufgebaut wurde.


Vorfreude auf das Jubiläum: Schwester Ursula, Schwester Theresia und Schwester Magdalene in der Kapelle des Klarissenklosters.
[Fotonachweis: Thomas Binn]


Im Vorfeld des Jubiläums luden die Klarissenschwestern zu einem gemütlichen, unerwartet lustigen Informationsabend ein. Schwester Bernadette und Schwester Magdalene leiteten mit einer gehörigen Portion Humor durch den Abend, und auch viele andere Schwestern beteiligten sich rege. So bekamen die Gäste einen hautnahen Einblick in das Klosterleben in Kevelaer. Zurzeit leben noch 16 Schwestern im Alter von 44 bis 88 Jahren im Kloster am Klaraplatz. An dem kurzweiligen Abend wurden zunächst einige Fotos aus dem Klosteralltag gezeigt, die die Schwester bei der Arbeit im Garten, in der Küche aber auch bei lustigen Würfelspielen zeigten. Neben kurzen Episoden aus der Geschichte des Klosters wurden auch eine Menge lustiger Anekdoten erzählt, besonders freuten sich die Schwestern über die vielen Fragen der interessierten Gäste. Schwester Bernadette erzählt, dass die Geschichte des Klosters durch die Zerstörung des Krieges gezeichnet ist. Sie erinnert an den 27. September 1944, an dem das Kloster bombardiert und zerstört wurde. Bei der Bombardierung verloren zwei Schwestern ihr Leben, weitere wurden bei den Angriffen schwer verletzt.

Das Kloster wurde wiederaufgebaut und konnte 1954 wieder von den Schwestern "bezogen werden". Während dieser Zeit kamen die Schwestern zunächst bei den Klarissen in Bocholt unter und später, erzählt Schwester Bernadette mit einem kleinen Lachen, in Borken in einer Schnapsfabrik. Die gefühlvolle Nacherzählung der Geschichte berührt alle Anwesenden spürbar, doch der Abend ist besonders von lustigen Anekdoten geprägt. Schwester Magdalene erklärt: "Es sind so viele Geschichten über uns im Umlauf, von denen stimmt die Hälfte nicht - und die anderen sind nicht wahr." So war für fast alle neu, dass es die so genannte "Hungerglocke" gar nicht gibt. Die Geschichte, dass die Klarissen, diese läuten würden, wenn sie nichts zu essen haben, hält sich seit Jahrzehnten hartnäckig.

Wahr hingegen ist jedoch, dass sich das Kloster nur durch Spenden finanziert und "von dem, was man uns schenkt" so Schwester Bernadette. Mittlerweile gehe es ihnen aber vergleichsweise gut, zu früheren Zeiten gab teilweise nur Wasser und Brot zu essen und offene Feuertöpfe wurden genutzt um die Betten aus Stroh vorzuwärmen. Trotz der großen Feuergefahr sei aber glücklicherweise nie etwas passiert. Besonders interessiert waren die Gäste auch am Alltag der Schwestern und daran "wie man denn eigentlich Nonne wird?".

An Nachwuchs mangelt es bekanntlich schon seit Jahren. So kamen 2001 bereits Schwestern aus Münster nach Kevelaer und 2014 drei Schwester von Siegen zu den Klarissen nach Kevelaer. Denn an anderen Orten werden Klarissenklöster geschlossen. Trotz der Armut, die sie gelobt haben, der harten Arbeit die sie jeden Tag leisten und der harten Zeiten besonders zum Ende des Zweiten Weltkriegs spürt man ihre Begeisterung, wenn sie von der Liebe zu Gott und "ihrem Weg" erzählen.

Am Sonntag, 8. Oktober, wird das Jubiläum mit einem Pontifikalamt mit Bischof Felix Genn um 10 Uhr im Klarissenkloster gefeiert. Anschließend gibt es die Möglichkeit zur Begegnung mit den Schwestern. Sie würden sich über viele Besucher freuen.

Quelle: RP - www.rp-online.de

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Letzte Aktualisierung: 01.11.2017 14:04