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Mattenkapitel der Franziskaner-Minoriten in Deutschland
Im Januar 2016 hatte das Provinzkapitel der Franziskaner-Minoriten Provinz St. Elisabeth in Deutschland beschlossen, alle in Deutschland tätigen Brüder des Ordens zu einem „Mattenkapitel" einzuladen. Dieses wurde nun vom 09.-11. Oktober 2017 im Kloster Schwarzenberg gefeiert.


Mattenkapitel

Der Begriff „Mattenkapitel" erinnert an die Frühzeit des Franziskus-Ordens. Regelmäßig trafen sich die Brüder zu einer großen Versammlung. Und weil sie keine ausreichend große Behausung hatten, brachten alle Brüder ihre „Matte" mit. Die Quellenschriften berichten dann weiter: „Wenn die Brüder sich beim Kapitel in Portiunkula wieder sahen, wurden sie von solchem Frohsinn und mit so geistlicher Freude erfüllt, dass sie nicht mehr an die Missgeschicke und bitterste Armut dachten, die sie erduldet hatten."


Mattenkapitel der Franziskaner-Minoriten in Deutschland 2017 [Bildnachweis: Br. Konrad Schlattmann OFM Conv. ]

Die Freude und die Dankbarkeit sollten auch am ersten Tag des Treffens im Mittelpunkt stehen. Provinzialminister Br. Bernhardin Seither begrüßte knapp 30 in Deutschland tätige Minoriten - Brüder seiner eigenen Provinz, aber auch Mitglieder der drei polnischen Provinzen und der rumänischen Provinz, die seit vielen Jahrzehnten in Deutschland tätig sind.

Dem Moderator der Versammlung, P. Lutz Müller SJ, gelang es schnell, die Brüder miteinander ins Gespräch zu bringen. So galt es unter anderem, die Stärken des eigenen Konvents herauszuarbeiten, Sehnsüchte an ein gutes Umfeld zu formulieren und schließlich aus dem eigenen Ordensleben die drei glücklichsten Momente herauszufiltern.

Harte Nüsse und Zauberei

In einer weiteren Arbeitseinheit bekamen die Brüder den Auftrag, auf die gemeinsame Situation in Deutschland zu blicken. Hier gibt es vielfältige Erfahrungen der internationalen Zusammenarbeit zwischen den Provinzen - sicher aber auch Irritationen und Enttäuschungen. Nicht zuletzt die Generalleitung des Ordens drängt immer wieder darauf, die etwas ungewöhnliche Situation, dass mehrere Provinzen in einem Land tätig sind, zu lösen. Mit symbolischen Nüssen sollten die Brüder „harte Nüsse" dieser Zusammenarbeit identifizieren und schließlich in Arbeitsgruppen bearbeiten: Wenn man sich in einem Jahr wieder treffen würde und die Nuss geknackt wäre - was wäre in der Zwischenzeit passiert? Nachdem auf diese Weise eine ganze Liste von Herausforderungen gesammelt wurde, schärften die Brüder wieder den Blick für das Gelungene.



In einem moderierten „fishbowl" kamen Brüder zu Wort, die bereits für eine gewisse Zeit in einem Konvent einer anderen Nationalität lebten. Viele waren überrascht, wie viele positive Erfahrungen hier zum Vorschein kamen. Deutlich wurde aber auch, dass hinter solchen Erfahrungen oft ein langer Weg steht und viel Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.

Was den Brüdern tagsüber nicht gelang - alle Probleme zu lösen - erreichte am Abend ein Zauberer. Zum besonderen Anlass des Mattenkapitels hatte das Vorbereitungsteam mit Martin Eisele einen „Weltmeister der Zauberkunst" eingeladen, dem es gelang, mit seinen Tricks - oder waren es vielleicht gar keine? - die Brüder zum Staunen zu bringen.



Das schaffte auch die Küche des Bildungshauses mit einem mehrgängigen Menü. So trug auch das Rahmenprogramm dazu bei, die drei Tage zu einem erinnerungswürdigen Ereignis zu machen.

Bepackt mit solchen Erinnerungen, einer Sammlung von Themen, die anzugehen wären und wohl auch einer Portion Hoffnung, dass sich gemeinsam mehr bewegen lässt, ging es dann für die Brüder nach drei intensiven Tagen wieder zurück in die Konvente. Man darf gespannt sein, was in den kommenden Jahren entsteht.

Br. Andreas Murk

Quelle: www.franziskaner-minoriten.de

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Letzte Aktualisierung: 23.10.2017 20:13