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Erinnerung an Mutter M. Clara Pfänder
Eine Bronzeplastik und eine Erinnerungstafel für die Gründerin der Franziskanerinnen Salzkotten segnete Erzbischof Hans-Josef Becker am 1. Fastensonntag (18. Februar 2018) im Kapitelsamt im Hohen Dom zu Paderborn. Dies bedeutet eine Rehabilitierung der Gründerin, der zu Unrecht lange vorgeworfen wurde, gegen kirchliches Recht verstoßen zu haben.


Bronzeplastik von Mutter Clara Pfänder

Die vom Künstler Karl-Heinz Oswald gestaltete Skulptur befindet sich in der Engelkapelle des Paderborner Domes. „Damit finden wir Mutter Clara Pfänder mitten unter denen, die ihr auch zu Lebzeiten treue Weggefährten waren: Bischof Konrad Martin, die selige Mutter Pauline von Mallinckrodt und die selige Maria Theresia Bonzel“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zu Beginn der Bischofsmesse.


(v.l.): Schwester M. Carola Thomann, Schwester M. Magdalena Schmitz, Schwester M. Angela Benoit und Erzbischof Hans-Josef Becker. Im Hintergrund die Bronceplastik
[Bildnachweis: pdpPaderborn / Salzkotten]


Es sei beeindruckend, mit welchem Gottvertrauen Mutter Clara in ihrer Zeit in die Zukunft geblickt habe, führte der Paderborner Erzbischof aus, der den Gottesdienst in Konzelebration mit Generalvikar Alfons Hardt, Pater Klaus Scheppe ofm und Pfarrer Martin Beisler (Salzkotten) feierte. Dieses Vertrauen drückt sich auch in den Worten der Ordensgründerin aus, die auf der Erinnerungstafel stehen: „Unsere Wege sind Geheimnisse der Göttlichen Vorsehung, die uns nach ihrem Willen führt, auch wenn wir es nicht verstehen.“


Schwestern der internationalen Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten feierten am Sonntag im Paderborner Dom die Erinnerung an ihre Gründerin Mutter M. Clara Pfänder. Eine Schola mit Schwestern aus Indonesien, den USA und Deutschland sang in der Bischofsmesse.
[Bildnachweis: pdp Paderborn]


Die besondere Würdigung ihrer Gründerin war ein großer Tag für die Franziskanerinnen Salzkotten. Die Generaloberin Schwester M. Magdalena Schmitz aus Rom, Provinzoberin Schwester M. Angela Benoit und viele weitere Schwestern aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Rumänien, den USA und Indonesien waren eigens nach Paderborn gekommen.


Bronceplastik von Mutter Clara Pfänder - Künstler: Karl-Heinz Oswald [Bildnachweis: pdp Paderborn]

Im Hohen Dom erinnerte Erzbischof Becker an das Leben und Wirken von Mutter M. Clara Pfänder. Dabei betonte er, dass ihr während der Zeit des Kulturkampfes in Preußen großes Unrecht widerfahren sei. Nach dem Tod von Bischof Konrad Martin im Sommer 1879 kam es zum Zerwürfnis mit den Verantwortlichen der bischöflichen Behörde in Paderborn. Man warf Mutter Clara vor, sich bischöfliche Rechte anzumaßen, weil sie aufgrund der ihr vom verstorbenen Bischof erteilten geheimen Vollmachten Schwestern einkleidete und Gelübde entgegennahm. „Die gegen sie erhobenen Vorwürfe entsprechen nachweislich nicht den Tatsachen“, stellte Erzbischof Hans-Josef Becker klar. Forschungen der letzten Jahrzehnte hätten ergeben, dass Mutter Clara nicht unrecht und unlauter gehandelt habe.
In diesem Zusammenhang dankte Erzbischof Becker der früheren Generaloberin der Franziskanerinnen Salzkotten, Schwester M. Carola Thomann, für ihre „unermüdliche Forschungsarbeit“. Ihre Recherchen in vielen Archiven hätten „Licht in diese Finsternis“ gebracht und seien nun aktuell auch als Buch erschienen.


Segnung der Bronceplastik durch Erzbischof Hans-Josef Becker [Bildnachweis: pdp Paderborn]

„Die Kirche von Paderborn hat der Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten viel für ihr segensreiches Wirken zu danken“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker. Die Kirche habe aber auch in Bezug auf Mutter M. Clara Pfänder etwas wiedergutzumachen indem ihr guter Ruf wiederhergestellt werde. Dafür sprach die Generaloberin Schwester M. Magdalena Schmitz dem Erzbischof den „tiefempfundenen Dank der internationalen Kongregation“ aus.

Quelle: www.erzbistum-paderborn.de

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Letzte Aktualisierung: 04.03.2018 10:15