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Erstprofess in Kloster Reute
Sie möchte in Gemeinschaft leben, in Armut, Gehorsam und jungfräulicher Keuschheit und sie möchte durch ihr Leben Gott in der leidenden Menschheit dienen: Sr. M. Johanna Gräter hat am Ostermontag, 02. April 2018 im Kloster Reute - nach der Einführungszeit des Noviziates - ihre zeitliche Profess für drei Jahre abgelegt.


Erstprofess in Reute

Die Klausurkapelle im Kloster Reute ist fast bis auf den letzten Platz besetzt, als die Novizin Sr. Johanna Gräter – deutlich erkennbar am weißen Schwesternschleier – mit brennender Kerze einzieht. „Wähle das Leben, damit du lebst“, ist als Bibelzitat auf der weiß, rot und gold strahlenden Kerze zu lesen und die Gesichter der 25-Jährigen jungen Schwester strahlt ebenfalls. Es ist ihr großer Tag, der Tag ihrer Erstprofess und ein besonderer Tag für die gesamte Schwesterngemeinschaft der Franziskanerinnen von Reute.


Die Novizin Sr. Johanna Gräter verspricht vor Generaloberin Sr. Maria Hanna Löhlein und allen Anwesenden ihre zeitliche Profess

Nach drei Jahren Ordensausbildung durch Postulat und Noviziat ist für Sr. Johanna klar, dass sie den nächsten verbindlichen Schritt gehen will. Leben mit Gott in Gemeinschaft Am Ostersonntag, dem 02. April 2018 war es so weit, die junge Franziskanerin bekräftigt ihr „Ja“ zum Klosterleben. Vor ihren Mischwestern und allen anwesenden Mitfeiernden legte sie öffentlich ihre zeitliche Profess, in die Hand von Generaloberin Sr. Maria Hanna Löhlein ab. Sie versprach: „Gott, dem Allmächtigen […] auf drei Jahre Regel und Leben der Brüder und Schwestern des heiligen Franziskus zu beachten“. Sie gelobte, aus freier Entscheidung, in Gehorsam, Armut und in jungfräulicher Keuschheit „gemäß dem Evangelium und der Lebensform der Franziskanerinnen von Reute“ leben zu wollen.


Die Novizin Sr. Johanna Gräter erhält von Generaloberin Sr. Maria Hanna Löhlein den schwarzen Schwesternschleier

Als Zeichen ihrer engeren Bindung an die Schwesterngemeinschaft erhielt Sr. Johanna während des Gottesdienstes den schwarzen Schwesternschleier. Mit der Ablegung ihrer Erstprofess gehört sie nun zum „Juniorat“. Dieses dauert zunächst drei Jahre und dient der weiteren Einübung in die franziskanische Lebensregel und in die Schwesterngemeinschaft.

Gratulation und Dank

Verwandte, Freunde und zahlreiche Bekannte aus der Heimatgemeinde der jungen Frau, waren angereist um diese einmalige Lebensentscheidung mitzuerleben. Sie alle hatten nach dem Gottesdienst die Möglichkeit der „Neuprofesse“ zu gratulieren, bevor es für die gesamte Festgemeinde zum Mittagessen in die Begegnungsstätte ging. Der Tag, gefüllt mit Festbeiträgen, Gratulationen, Fototerminen, Klosterführung und Begegnungen klang abends mit einer feierlichen Vesper in der Marienkapelle aus.

Beeindruckt vom Mut und der Entschiedenheit der neuen Professschwester, machten sich Familie und Gäste schließlich voller Dankbarkeit und Freude auf den Nachhauseweg. „Wir sind froh, dass dein Herz einen Platz gefunden hat wo es sich wohlfühlt!“ ist eine der Zusagen an die junge Ordensfrau, die nun mit allen Rechten und Pflichten zu den rund 300 Franziskanerinnen von Reute gehört, die in Deutschland, Brasilien und Indonesien leben. Möge Sr. M. Johanna auf ihrem weiteren Nachfolgeweg das Leben in Fülle erfahren! Oder wie Superior Martin Sayer es am Ende seiner Predigt wünschte: "Bleiben Sie dabei, Sr. Johanna, wählen Sie das Leben!"


Die neue Professschwester Sr. Johanna mit Generaloberin Sr. Maria Hanna und Superior Martin Sayer

Information: Die Ordensausbildung gliedert sich in unterschiedliche Stufen. Hat eine junge Frau Interesse den Weg in die Schwesterngemeinschaft hinein zu gehen, erfolgt zunächst der Schritt in die Kandidatur, deren zeitliche Dauer individuell geregelt wird. Es folgt das, in der Regel einjährige Postulat. Es schließt sich die zweijährige Zeit des Noviziates an, an deren Beginn die festliche Feier der Einkleidung steht. Die junge Frau erhält Kleid, Schleier, Tau und Lebensform, sowie den Schwesternnamen. Mit der Profess endet das Noviziat und beginnt das Juniorat, welches ungefähr 5 Jahre dauert und mit der Feier der Ewigen Profess endet. Danach gehört die Schwester mit allen Rechten und Pflichten zur Ordensgemeinschaft und erhält als Zeichen dieser Entscheidung einen goldenen Ring.

Sr. M. Elisa Kreutzer

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Letzte Aktualisierung: 04.04.2018 21:38