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Kapuziner verlassen Ave Maria Deggingen
Mit einem Dankgottesdienst verabschiedeten sich die Kapuziner am 28. Oktober 2018 von dem kleinen Wallfahrtsort Ave Maria in Deggingen. Ab dem 1. November übernimmt die Seelsorgeeinheit Deggingen – Bad Ditzenbach die Verantwortung für die Pastoral. Die Kapuziner hatten die Seelsorge seit 1929 inne. Zuvor war der Wallfahrtsort seit 1477 von Diözesanpriestern betreut worden.


Fast 90 Jahre waren Kapuziner Seelsorger in Ave Maria

450 Jahre lang, von 1477 bis 1928 wurde Ave Maria von Diözesanpriestern betreut, ausgenommen die Jahre, als der Protestantismus herrschte und die Verehrung Mariens unterdrückte. Im März 1929 übernahmen die Kapuziner die Seelsorge. Ab 1932 wurde dann das Kloster gebaut. Dem Ort wurden einige franziskanische Elemente hinzugefügt: die Franziskusgrotte, die Reliefskulptur des hl. Bruder Konrad, der Franziskuspfad, auf dem uns sein Sonnengesang begleitet und anderes mehr. Das Kloster beherbergte in besten Zeiten sieben bis acht Brüder.


Foto: Rainer Lauschke

Abschied der Kapuziner in Ave Maria Deggingen
Diözese übernimmt Verantwortung für Gottesdienste und Seelsorge

Rottenburg/Deggingen. 25. Oktober 2018.
Nach fast 90 Jahren Präsenz feiern die Kapuzinerpatres am kommenden Sonntag (28. Oktober) ihren letzten Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Ave Maria Deggingen im Dekanat Göppingen-Geislingen. Im Mai 2017 hatte die Leitung der Deutschen Kapuzinerprovinz die Aufgabe ihres Klosters Ave Maria bekanntgegeben. Mit dem Rückzug des Ordens gibt dieser die Verantwortung für den Wallfahrtsort an die Diözese Rottenburg-Stuttgart zurück. Gottesdienste und Wallfahrtsseelsorge werden in Ave Maria weiterhin angeboten.


Foto: Rainer Lauschke

„Auch wenn die 90-jährige, segensreiche Geschichte des Klosters Ave Maria zu Ende geht, so wird der Wallfahrtsort Ave Maria dennoch weiter existieren“, ist sich der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz sicher. Bisher sei das Kloster nicht ohne Wallfahrtsort denkbar gewesen und der Wallfahrtsort nicht ohne Kloster. Diese enge Verbindung werde nun aufgelöst, was aber keinesfalls bedeute, dass beides aufgegeben werde, betont der für die Orden in der Diözese verantwortliche Weihbischof. Im kommenden Jahr übernimmt ein Priester der Diözese die Leitung der Wallfahrtsseelsorge Bereits ab Mitte November steht ein ausländischer Priester für die Seelsorge in Ave Maria zur Verfügung, ein zweiter kommt dazu. Mittelfristiges Ziel ist die Ansiedlung eines neuen Ordens im Kloster.


Foto: Rainer Lauschke

Ave Maria sei das ganze Jahr über ein lebendiger Wallfahrtsort und zähle zu den meist besuchten Wallfahrtsorten der ganzen Diözese, erklärt Weihbischof Renz. „Deshalb weiß sich die Diözesanleitung in einer besonderen Pflicht und Verantwortung, diesen beliebten Wallfahrtsort personell und finanziell so auszustatten, dass die bisherigen pastoralen und geistlichen Angebote auch künftig erhalten bleiben“.



Ave Maria ist seit Jahrhunderten ein beliebter Wallfahrtsort, an dem die Kapuziner sich 1929 im Auftrag des damaligen Rottenburger Bischofs Joannes Baptista Sproll niedergelassen hatten. Der Wallfahrtsort befindet sich zwischen Stuttgart und Ulm und wird jedes Jahr von Tausenden besucht: zum persönlichen Gebet, zu Gottesdiensten, zu Maiandachten, zu Hochzeiten und zu unterschiedlichsten Gruppenwallfahrten. Das Kloster mit seiner zwischen 1716 und 1718 erbauten Kirche ist auch unter Motorradfahrern bekannt: seit mehr als 25 Jahren gibt es eine Motorradsegnungen einmal im Jahr durch die Ordensleute mit rund 500 Motorrädern. Als Grund für ihren Weggang aus Ave Maria nannte die Leitung der Deutschen Kapuzinerprovinz sinkende Mitgliederzahlen bei gleichzeitiger Überalterung. Dies erfordere eine Konzentration auf weniger Orte sowie Strukturveränderungen. Zuletzt lebten fünf Kapuzinerpatres im Kloster.

Quelle: www.drs.de

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