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25. Pfingstkapitel der Initiative Ordensleute für den Frieden
Seit 1983 thematisiert die Initiative Ordensleute für den Frieden mit ihren Demonstrationen, Aktionen zivilen Ungehorsams, Mahnwachen und Gebeten das Unrecht, dass das System des Kapitalismus schafft, indem es sich selbst in seinem Absolutheitsanspruch zum Götzen macht.

Die Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF) weist auf die Spur von Blut und Zerstörung hin, die der Kapitalismus weltweit hinterlässt. Nicht nur die Natur fällt diesem nach Wachstum und Profit gierendem System zum Opfer, immer wieder sind es Menschen, die diesem System geopfert werden. Einem System aber, das Menschenopfer verlangt und produziert, mag es sich hinter Floskeln wie „freier Markt“, „Neoliberalismus“ oder „Globalisierung“ verstecken, ist die Gefolgschaft zu verweigern.


Die IOF errichtete daher am 04. Juni 2009 vor der Deutschen Bank ein provisorisches Mahnmal für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung in Form eines Ortsschilds. Auf der einen Seite war zu lesen „Bankfurt – demokratischer Sektor“ [letzteres durchgestrichen], auf der anderen „Frankfurt – kapitalistischer Sektor“ [letzteres durchgestrichen].

Der Genehmigungsantrag für ein Mahnmal war durch den Ortsbeirat abgelehnt worden. Das Schild wurde bereits am nächsten Tag vom Amt für Straßenbau entfernt.

Am Tag darauf (05. Juni 2009) versammelten sich die Mitglieder vor der Arbeitsagentur Frankfurt unter dem Motto: „Arbeitsagentur abgeschafft – Grundeinkommen jetzt für alle".

Aus der Rede von Christoph Rinneberg:
"Stell' dir vor, es gibt keine Arbeitsagentur mehr, bei der Menschen Schlange stehen müssen, weil ihnen die normale Teilhabe am gesellschaftlichen Stoffwechsel verwehrt wird, der in unserm Land über Arbeit, Einkommen sowie Kauf von Gütern und Dienstleistungen organisiert ist! Eine Grundsicherung soll den Menschen diese Teilhabe ebenso selbstverständlich ermöglichen wie allen hier auf die Welt gekommenen Kindern, denen ihre Eltern und unsere Gesellschaft rund 20 Jahre lang Grundlagen und Chancen für die Entfaltung ihrer je eigenen Fähigkeiten zu bieten hat, ohne daß sie zuvor den Beweis angetreten haben, dieser Leistungen auch würdig zu sein, diese Leistungen auch verdient zu haben...

Als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes haben wir jedoch nicht nur die Möglichkeit wählen zu gehen, sondern über das immer noch bestehende, immer noch zu wenig genutzte Recht auf freie, öffentliche Meinungsäußerung die Möglichkeit, den institutionell getroffenen Entscheidungen die Legitimität zu entziehen, indem wir die Maßnahmen in ihrer Untauglichkeit bloßstellen. Daher haben wir es gewagt, unserer Zeit schon mal ein bißchen voraus zu sein und die Arbeitsagentur abzuschaffen. Als vorläufige Lösung bis zur Entwicklung und Installation einer besseren möge das Grundeinkommen für alle gelten. Jetzt!"

Als prophetische Aktion in Richtung Kirche folgte am 06. Juni 2009 eine Gebetswache im Limburger Dom unter dem Bibelwort: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ Jeweils 5 vor 12 – 15 h gab es eine Mahnwache.

Pfingstkapitel der IOF

Die Pfingstkapitel der IOF finden jährlich seit 1985 statt.
Der Beginn der IOF war 1983 eine Friedenswallfahrt von Düsseldorf nach Bonn zur „Volksversammlung für den Frieden“ der deutschen Friedensbewegung. Damals lautete die Forderung: Verzicht auf Nachrüstung.
Von 1985 bis 1988 fanden die ersten Pfingstkapitel in Bell / Hasselbach an einem der Stationierungsorte der Atomwaffen statt. Seit 1990 war das diesjährige das 15. Pfingstkapitel, zu dem sich die Mitglieder der IOF in Frankfurt am Main als Zentrale der Finanzwirtschaft trafen.

Nähere Informationen und weitere Bilder unter:
freenet-homepage.de/IOF/pfingsten2009.html



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:33