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Mit der Hoffnung auf dem Weg
Zum 3. Mal pilgerten junge Leute aus verschiedenen europäischen Ländern vom 02. bis 10. August 2010 nach Vézelay, einem Ort des Friedens und der Versöhnung. Begleitet wurden sie von franzis-kanischen Schwestern und Brüdern und wanderten fünf Tage lang in verschiedenen Routen sternförmig durch Burgund.
Auf dem Weg blieb viel Zeit für Entdeckungen, Zeit zum Nachdenken, aber auch zum Austausch mit den anderen Pilgerinnen und Pilgern. In Vézelay trafen sich die Pilger, lernten sich kennen, feierten, beteten – über alle Grenzen hinweg. Eine Zeit mit interessanten Menschen, neuen Ideen an beeindruckenden Orten.




Schon von Weitem ist Saint Michel zu sehen: Der wuchtige Turm der Basilika Sainte-Marie-Madeleine erhebt sich über der Silhouette von Vézelay und verkündet den Pilgernden ihre baldige Ankunft.

Angelehnt an das französische Lied »Si l'espérance te fait Marche« haben die Franziskaner die Wallfahrt unter das Motto »Mit der Hoffnung auf dem Weg« gestellt.

Der Franziskaner Markus Laibach aus Hofheim hatte die erste Franziskanische Friedenswallfahrt im Jahr 2003 auf den Weg gebracht. Aus guten Gründen entschieden er und seine französischen Mitbrüder sich damals für Vézelay als Ziel: Hier gründeten die Franziskaner 1217 ihre erste Niederlassung in Frankreich, und hierher pilgerten 1946 Christen aus mehreren Ländern, um nach den Schrecken des Krieges für Frieden und Versöhnung zu beten. Bereits im Mittelalter hatten die Erzählungen über Wunder am Grab der heiligen Maria Magdalena wahre Pilgerströme zur Basilika Sainte-Marie-Madeleine gelockt.
Heute ist die eindrucksvolle Kirche Etappenziel oder Ausgangspunkt auf dem langen Weg nach Santiago de Compostela.

André Madaus



In den Jahren 2003 und 2006 hatten sich bereits mehrere hundert Jugendliche auf einen europäischen franziska-nischen Pilgerweg gemacht.
Dieses Jahr wurde der Weg fortgesetzt unter dem Motto: „Mit der Hoffnung auf dem Weg…“

Auf insgesamt sieben Routen waren die Teilnehmenden aus einigen Ländern Europas, wie z.B. aus Holland, Frankreich, der Schweiz, Österreich aus der Tschechischen Republik, Polen und natürlich aus Deutschland unterwegs. Während der Sternwallfahrt hatte jede Gruppe ca. 100 km in fünf Tagen zu gehen, bis sich alle dann für gut drei Tage in Vézelay begegneten, um miteinander in Austausch zu kommen, verschiedene Workshops zu gestalten und Gottesdienste zu feiern.

Die Motivation der Gesamtverantwortlichen, ob aus Deutschland oder aus Frankreich, war, eine Wallfahrt zu organisieren für den Frieden und die Verständigung in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern, deren Verhältnis nach dem II. Weltkrieg erschüttert und bis aufs Tiefste beschädigt wurde. So war die Intention, einen Weg des Friedens zu gehen und die Begegnungen mit Menschen aus den jeweiligen Gemeinden vor Ort während des Weges nach Vézelay zu feiern, um sich so besser kennen zu lernen und aus der Geschichte gewachsene Vorurteile abzubauen. Somit haben wir uns in die lange Reihe derer gestellt, die in den letzten Jahrzehnten, ob auf den politischen, gesellschaftlichen oder religiösen Ebenen zur Verständigung der beiden Völker beigetragen hatten.



Ich war in einer der zwei Internationalen Gruppen unterwegs, der Farbe Grün, und mit überwiegend französischen Teilnehmern. Unser Austausch in der Gruppe hat in zwei Sprachen stattgefunden, nämlich in Englisch und Französisch. Die Offenheit und das Vertrauen, aufeinander zu hören und sich für den anderen zu interessieren, gab mir persönlich schon die Vorwegnahme dessen, was dann später mit den Einwohnern erforderlich war, nämlich die Bereitschaft, in Frieden aufeinander zuzugehen. So hoffe ich, dass unsere Teilnahme von insgesamt ca. 200 Wallfahrern, einschließlich Familien, ein wenig dazu beitragen konnte, an einem Europa zu bauen, das in Frieden lebt und sich gegenseitig bereichert.

Br. Franz-Josef Herzog ofm

Fotonachweis: Br. Franz-Josef Herzog



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34