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„Wir werden 150..“
Klarissen in Mainz gab es schon seit 1272, als das so genannte Reichklara-Kloster von Pfullingen aus gegründet wurde. 1620 siedelten sich von Köln aus auch die so genannten Arm-Klaren in der an Klöstern reichen Bistumsstadt Mainz an. Nachdem 1803 alle Klöster des Bistums aufgehoben worden waren (nur die Maria-Ward-Schwestern durften dank ihrer Mädchenschule bleiben), entstand auf Anregung des Kapuzinerpaters Bonifatius Söngen 1860 endlich wieder ein kontemplatives Kloster im neu sich ordnenden Bistum.

Inmitten der Stadt wurde am 21. Juni des Jahres 1860 die „Ewige Anbetung“ eröffnet, nachdem zwei Schwestern im Schweizer Kapuzinerinnenkloster in Notkersegg ihre Noviziatszeit absolviert und ihre ewigen Gelübde auf das zu gründende Kloster abgelegt hatten und eine weitere Mainzer Schwester dort eingekleidet worden war.


Der rasch wachsenden Schwesterngemeinschaft wurde ihr Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler sehr schnell zu einem väterlichen Freund und Ratgeber, war es ihm doch ein großes Herzensanliegen, dass im „Mainzer Klösterchen“, wie es die Mainzer liebevoll nannten, für ihn als Oberhirten, für sein Bistum und für die Stadt Mainz beständig um Gottes Segen gebetet wurde.



Dieses wichtige Anliegen wird nun schon seit 150 Jahren als „Hauptauftrag“ von den Schwestern durchgetragen, es ist heute noch genauso aktuell wie zur Gründungszeit. Auch die Tatsache, dass die „Kapuzinerinnen des regulierten Dritten Ordens des heiligen Franziskus mit päpstlicher Klausur“ im Jahre 1968 zum Zweiten Orden der „Klarissen-Kapuzine-rinnen“ übergetreten sind, brachte keine grundlegende Änderung mit sich, im Gegenteil. Denn die Schwestern waren durch ihre Statuten, ihre Feierlichen Gelübde und ihre konkrete Lebensform schon lange Jahre dem Zweiten Orden so gut wie gleichgestellt, seit 1909 gar mit offizieller Bestätigung aus Rom.

Zählte das Kloster der Ewigen Anbetung bis 1945 durchschnittlich 40 bis 60 Schwestern - 1904 konnte gar in Koblenz-Pfaffendorf eine Neugründung erfolgen - so besteht der Konvent im Jubiläumsjahr 2010 aus insgesamt zehn Schwestern, darunter eine Novizin.



Am 27. Februar 1945 hatten 41 Schwestern nach dem schweren Bombenangriff auf Mainz den Tod gefunden; sie waren im Gewölbekeller unter der Klosterkirche erstickt, kniend um den Altar versammelt, zuvor gestärkt durch den mehrmaligen Empfang der Eucharistie aus dem von der Anbetungskapelle mit nach unten gebrachten Speisekelch.

Seither pendelte sich die Zahl der Gemeinschaft nach dem schwierigen Wiederaufbau des Klosters bei zehn bis 12 Schwestern ein, die mit frohem Herzen den Spuren ihrer Ordenseltern Klara und Franziskus folgen und „in der Kirche Gehilfinnen Gottes und Stütze ihrer gebrechlichen Glieder“ sein wollen.

So wird der Festgottesdienst am 21. Juni 2010 um 10.00 Uhr ein großer Dankgottesdienst werden für 150 Jahre Leben in SEINER Gegenwart, der verborgen im Brot unaufhörlich unter den Menschen ist und bleibt.

Dass das Bistum Mainz aus diesem Anlass ein Klara-Fenster in der Kapelle einsetzen ließ und die Stadt Mainz den Besuchergarten des Klosters ganz neu angelegt hat, zeigt die große Mitfreude so vieler Menschen aus der Stadt und dem Bistum, die das Kloster schon seit Anfangszeiten treu unterstützen und bei den Feierlichkeiten sicherlich sehr zahlreich vertreten sein werden.

Vielleicht auch Sie?!?

Sr. Franziska Katharina


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:21