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Transitusfeiern
der vier deutschen Franziskanerprovinzen
Ab 01. Juli 2010 bilden die bisher vier deutschen Franziskanerprovinzen die eine deutsche Provinz „Germania“ mit Sitz in München.

In der Osterwoche kamen die Brüder der Provinz Saxonia in Ohrbeck, der Colonia in Vossenack, der Thuringia in Hofheim und der Bavaria auf dem Kreuzberg in der Rhön zu Provinzversammlungen zusammen, um in einer Transitusfeier ihrer jeweiligen Geschichte zu gedenken und den Übergang in die neue Provinz zu gestalten.


Eine Transitusfeier findet jedes Jahr zum Gedenken an den Heimgang des Ordensgründers Franziskus am 3. Oktober statt, am Vorabend seines Festtages. Einen Transitus anderer Art begingen die vier deutschen Franziskaner-provinzen in einer einmaligen Veranstaltung. Die Brüder kamen in ihrer jeweiligen Provinz zusammen, um miteinander den Hinübergang von den bestehenden Provinzen in die eine neue fusionierte Franziskanerprovinz zu begehen.



Provinzversammlung der Saxonia

Rund 65 Brüder der Franziskanerprovinz Saxonia versammelten sich dazu vom 06.-09. April 2010 in Haus Ohrbeck bei Osnabrück.

Begonnen wurde mit einer „Liturgischen Feier der Eröffnung“, zu der sich die Brüder zunächst in der neuen Kreuz-Kapelle des Hauses versammelten. Von dort zog die Prozession zum naheliegenden Friedhof, auf dem die verstorbenen Brüder der Gemeinschaft bestattet sind.
Nach einem Gedenken wurde die Osterkerze entzündet und in den Versammlungssaal getragen.

Der brüderliche Austausch dort diente der Erinnerung und zugleich dem Ausblick.


Die Versammelten bekamen am ersten Abend durch den Pantomimen JOMI Szenen aus dem Leben des hl. Franziskus zu sehen.

Auf beeindruckende Weise stellte er nonverbal das Geschehen um Franziskus dar und somit den Ursprung der Bruderschaft.



Wie auch auf den Versammlungen der anderen Provinzen bildete der Rechenschaftsbericht des Provinzialministers ein Kernstück der Tage. Die jeweiligen Provinzialminister Norbert Plogmann (Saxonia - Bild links), Franz-Leo Barden (Colonia), Hadrian Koch (Thuringia) und Maximilian Wagner (Bavaria) legten den anwesenden Brüdern die Ergebnisse ihrer Amtszeit vor (Situation der Provinz und der Gemeinschaften, Veränderungsprozesse, personelle und finanzielle Entwicklungen, Herausforderungen usw.).
Ebenso gaben die Provinzökonome einen Überblick über die Finanzen und Haushalte der jeweiligen Provinz.

Am Abend feierten die Brüder der Saxonia die Eucharistie im Dom zu Osnabrück. Im Anschluss an den Gottesdienst führte Dr. Hermann Queckenstedt, der Leiter des Kulturforums, die Brüder durch den Kreuzgang und den Dom, der erst vor wenigen Jahren einer grundlegenden Sanierung unterzogen wurde.


Am folgenden Tag wurden sie von Dr. Wilhelm Bruners hineingenommen in Übergangssituationen der Bibel. In seinem Vortrag verstand es der langjährige Leiter der Bibelkatechetischen Arbeitsstelle in Jerusalem, das Exodusgeschehen, das Anliegen Jesu und unsere heutigen Herausforderungen miteinander zu verknüpfen. Der Referent machte dabei Mut zur Vision und zum Aufbruch, aber ebenso zur Entschleunigung und zur Geduld. Der Weg in die Freiheit braucht gestaltete Abschiede und den kühnen Sprung.

780 Jahre Provinzgeschichte der Saxonia würdigten Kirstin und Bernd Schmies von der Fachstelle Franziskanische Forschung in Bildern und Texten. Je einen Block widmeten sie dabei dem Mittelalter und der Neuzeit. Dabei wurden die Höhen und Tiefen der Provinzgeschichte deutlich. Nach der Reformation konnte die fast gänzlich untergegangene Provinz nur durch die Wiederbelebung durch Brüder und Häuser der Colonia gerettet werden. Das 19. und 20. Jahrhundert prägte ein starker missionarischer Impuls (USA, Brasilien, China, Japan, Afrika), der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Provinzen in diesen Ländern leistete.

In der Abendliturgie zum Transitus wurde das gemeinsame Symbol der vier Provinzen in den Mittelpunkt gestellt: Ein Weinstock, der sich beim Provinzzusammenschluss miteinander verbindet. Sechs Brüder erzählten in kurzen Impressionen, was für sie der Abschied von der bisherigen Provinz bedeutet. Als weitere Symbole aus der jüngeren Provinzgeschichte wurden eine Tafel mit den bestehenden Häusern, eine Kerze, die zum 775-jährigen Jubiläum durch die Konvente wanderte, ein Übersichtsbuch über die Historie, die Provinzzeitschrift, die Erdkugel als Zeichen der missionarischen Präsenz sowie ein Bild der hl. Elisabeth als gemeinsame zukünftige Provinzpatronin zum Weinstock gelegt. Ein festliches Abendbuffet bildete den Abschluss der Feierlichkeiten.


Die Provinzversammlung endete mit einem Sendungs-gottesdienst, der neben dem Bildungshaus mit einer Statio begann und dann in der Pfarr- und Klosterkirche fortgesetzt wurde. Die Aussendung erfolgte durch Provinzial Norbert Plogmann auf dem Kirchenvorplatz.


Text und Bilder: Br. Stefan Federbusch

Berichte über die Versammlungen der drei anderen Provinzen unter: www.franziskaner.de/Provinzversammlungen


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34