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Infag-Wallfahrt nach Padua
Der Vorstand der INFAG Südtirol lud Brüder und Schwestern aus den franziskanischen Gemeinschaften und interessierte Ordensleute zu einer gemeinsamen Wallfahrt zum hl. Antonius von Padua.

Dieser Einladung folgten nahezu 90 Personen aus ganz Südtirol. Am 23. Juni 2010 in aller Früh starteten jeweils ein Bus von Brixen und Meran und in Bozen trafen sich dann alle, die sich gemeldet hatten.
Mit Gebet, guter Laune und Interesse fuhren wir dem Ziel zu.


Antonius von Padua

Die Wallfahrt stand ganz im Zeichen dieses ersten franziskanischen Theologen, dem hl. Antonius von Padua. Unterwegs wurden wir Teilnehmer von Br. Anton Beikircher OFM Cap und Br. Josef Hofbauer OFM im jeweiligen Bus in das Leben und Wirken des Heiligen eingeführt: Der auf den Namen Fernandez getaufte Junge erhielt bereits im elterlichen Hause eine strenge christliche Erziehung, welche später in der Schule der Kathedrale von Lissabon fortgeführt wurde. Früh trat er den Augustinern bei und war sofort von der Missionstätigkeit der ersten Franziskaner in Marokko begeistert. Sein erster Missionseinsatz in Marokko, seine Strandung auf Sizilien, sein späterer Eintritt in den Franziskanerorden als Antonius, seine erste Teilnahme am Generalkapitel 1221 in Assisi und seine erste Begegnung mit dem Hl. Franziskus, sein Einsatz als Ersatzprediger bei einer Primiz und dadurch sein Bekanntwerden als begnadeter Prediger und Theologe waren einmalig.



Antonius bemühte sich vor allem um die Armen, Ausge-grenzten und Schwächsten der damaligen Gesellschaft. Aber auch über seine letzte Ruhestätte, der Basilika des Heiligen Antonius erfuhren wir viel Wissenswertes über die verschiedenen Stilrichtungen, vom romanischen, gotischen, byzantinischen bis hin zum barocken Stil, welche in diesem großartigen Bauwerk harmonisch zusammenfliesen. So ist die Basilika mit Meisterwerken großer Künstler verschiedenster Prägung und Herkunft ausgestattet.



In der „Capella del Capitolo“ am Kreuzgang der Basilika wurde mit dem Provinzial der Südtiroler Kapuziner Br. Anton Beikircher OFM Cap und anderen Mitbrüdern gemeinsam die Hl. Messe gefeiert. Für das persönliche Gebet am Grab des Hl. Antonius und die Besichtigung der eindrucksvollen Basilika und der Kreuzgänge blieb für jeden Teilnehmer genügend Zeit. Besonders beeindruckte in der Reliquienkapelle die Ausstellung der unversehrten Zunge dieses großen Predigers und Wundertäters.

Am späten Nachmittag besuchten wir das „Antonianische Heiligtum“ in Camposampiero, wo Antonius die letzten Monate seines Lebens verbrachte. Dort erschien ihm während der Lesung der Heiligen Schrift Christus - in Licht gehüllt - in der Gestalt des Kindes. Der Legende nach beobachtete auch Graf Tiso, wie der Hl. Antonius das Kind in seinen Armen hielt. Die übliche Darstellung des Heiligen mit dem Jesuskinde auf dem Arm führt auf diese Gottes-begegnung zurück. Graf Tiso ließ ihm auch im Garten, nach dem Wunsche des Heiligen, eine Zelle auf einem Nussbaum errichten, wo der Hl. Antonius auch lebte. Am Tag seines Sterbens bat Antonius nach Padua geführt zu werden. Dort verschied er am 13. Juni 1231 im Alter von nur 36 Jahren.



Jetzt steht dort eine Kirche, in ihr befindet sich auch die Zelle der Erscheinung, zwei Klöster mit Kreuzgängen, eine Kapelle am Ort des Nussbaumes und ein Gedächtnisweg „Antonius, Evangelium und Nächstenliebe“ mit eindrucksvollen Begegnungsdarstellungen zwischen Christus und dem Heiligen, welcher im Jubiläumsjahr 2000 angelegt wurde. Dieser Ort hatte eine besondere Ausstrahlung für alle TeilnehmerInnen. Außerdem wurde klar, warum der hl. Antonius immer mit dem Jesuskind abgebildet wird.

Natürlich war diese Pilgerfahrt sowohl auf der Hinfahrt über Verona als auch auf der Rückfahrt durch das Sugana Tal vom gemeinsamen Gebet und Meditationen begleitet. Neben der Pilgerfahrt war die Begegnung der Ordensleute mit den Mitgliedern der FG und der rege Austausch ein großes Geschenk dieses Tages. Das INFAG Südtirol Team freute sich über die zahlreiche und schwesterlich-brüderliche Teilnahme an dieser Wallfahrt.

Sr. Elisabeth Tschurtschenthaler


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:22