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Friedensgebete der Religionen in Assisi mit Papst Benedikt XVI.
Am 27. Oktober 1986 lud Papst Johannes Paul II. die Weltreligionen zu einem Gebetstag für den Frieden in die Stadt des heiligen Franziskus nach Assisi ein. Dies war der erste weltweite Gebetstag aller Weltreligionen. Am 27. Oktober 2011 hat Papst Benedikt XVI. mit Vertretern aller Weltreligionen und nichtgläubigen Humanisten in Assisi dieses Tages gedacht, und wir waren dabei.


21.-23. Oktober 2011 Anreise über Rom

Bruder Jose Rodriguez Carballo, Generalminister des Franziskanerordens, empfing die Gruppe in der Generalkurie der Franziskaner in Rom. In seinem Gruß an die deutsche interreligiöse Gruppe betonte er die Bedeutung des Christlich-islamischen Dialogs in der Welt von heute und das andauernde Engagement aller Zweige des Franziskanerordens für den Dialog seit der friedlichen Begegnung des heiligen Franziskus mit Sultan Al-Kamil in der Zeit der Kreuzzüge. “Wenn Dialog in der Zeit der Kreuzzüge möglich war, so ist er sicher auch heute möglich”, sagte Jose Carballo.

Die interreligiöse Pilgergruppe (Bilder: Melanie Miehl) bestand aus acht Muslimen mit türkischer, bosnischer und deutscher Herkunft und sieben katholischen Christen. Die Teilnehmer arbeiten im akademischen, pastoralen und sozialarbeiterischen Bereich und sind engagiert im Dialog.

Bei einem Treffen im Päpstlichen Rat für Interreligiösen Dialog erklärte Monsignore Khaled Akasheh das Motto “Pilger der Wahrheit – Pilger des Friedens” für das Ereignis in Assisi. “Gott ist größer als unsere Herzen. Wir sind alle Sucher der Wahrheit” Die Gruppe besuchte die Päpstliche Universität Gregoriana, wo Prof. Felix Koerner SJ sein Verständnis der Kompetenz für den Dialog erklärte. „Sie können die Reife einer jeden Gesellschaft daran erkennen, wie sie mit Unterschieden umgeht”, sagte Pater Koerner. An der Gregoriana studieren fünf Musliminnen und Muslime.

Bei einem Abendessen traf die Gruppe sich mit Yahya Sergio Palavicini, Vizepräsident der muslimischen Gemeinschaft Italiens. Viele Muslime in Italien haben marokkanische oder nordafrikanische Herkunft. Der Besuch der großen Moschee von Rom war ein anderes “Highlight“ der Reise. Die Architektur der Moschee spiegelt 800 Jahre Geschichte des Islam in Europa wieder, mit einem Dach, das an Istanbuls Moscheen erinnert, Steinen aus Sizilien und dem Garten aus Säulen, die an Granadas Alhambra erinnern.

Die Gruppe besuchte auch die Generalkurie der Dominikaner in Santa Sabina. Pater Marcio Couto OP gab einen Überblick über das dominikanische Engagement für interreligiösen Dialog. „Wenn wir einander kennen, ist es einfacher, die Unterschiede zu teilen”, betonte Pater Marcio.

24.-28. Oktober Friedenstreffen in Assisi

Beim Besuch der Heiligtümer, des Eremo delle Carceri und von Sankt Damiano wurde von Christen und Muslimen ein Gebet beigetragen. Bruder Thomas Freidel von den Minoriten erklärte der Gruppe die Bilderzyklen der Kirche San Francesco. Ein Besuch beim Internationalen Franziskanischen Dialogzentrum (CEFID) machte klar, dass Dialog in Assisi weit über das von Johannes Paul II. geleitete Ereignis von 1986 II. zurückgeht.

Zum Gedenken an den Gebetstag vom 27. Oktober 1986, zu dem Papst Benedikt XVI. Vertreter aller Konfessionen und Religionen sowie Humanisten morgens in die Basilika Porziunkula und nachmittags auf den Platz vor der Kirche San Francesco eingeladen hatte, war die Gruppe vom Vatikan eingeladen worden. Reden aller Religionsvertreter, darunter Patriarch Bartholomäus aus Istanbul, eröffneten das Gedenken, Stellungnahmen aller für das Engagement für den Frieden sowie Musik und Tanz mit den Fokolaremusikgruppen Gen Rosso und Gen Verde beendete das Ereignis.

Br. Jürgen Neitzert

Download: Bericht in: Christen & Muslime - Newsletter 2-2011, S. 1-3


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34