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Evakuierung des Lüdinghauser Franziskanerinnenklosters
Gegen 23.00 Uhr brannte in der Nacht vom 23. auf den 24. August 2011 in Lüdinghausen die Aula des Antonius-Gymnasiums nieder.

Das Kloster der Lüdinghauser Franziskanerinnen und Teile des Antoniushauses mussten aus Sicherheitsgründen wegen des starken Funkenflugs evakuiert werden. Um 03.30 Uhr konnten alle Schwestern in ihre Zimmer zurückkehren.


„Wir haben viel gebetet und vor allem Gott gedankt, dass Schlimmeres verhütet worden ist“, so Sr. Mathilde Haßenkamp, die Provinzoberin, in ihrer Mitteilung.



„Der Schrecken sitzt mir noch in den Knochen, und die Bilder der Nacht werde ich so schnell nicht vergessen. Die Geräusche in der Nacht vom 23. auf den 24. August, die ich vom Schulhof vernahm, ließen mich aufhorchen. Da stimmt doch etwas nicht. Als ich am Fenster stand bekam ich einen Schreck, denn das Knistern stammt von dem lodernden Feuer aus einer kleinen Ecke im Dachstuhl über der Aula. Sofort rufe ich die Feuerwehr an und wecke meine Mitschwestern. Dann geht alles rasend schnell. Es kracht, der Dachstuhl bricht ein, Flammen lodern in den Himmel, Funken sprühen und fliegen über den Schulhof. Wird das Kloster Feuer fangen? ...

Die eintreffende Polizei und Feuerwehr ordneten die Evakuierung des gesamten Klostergebäudes an. Aus Sicherheitsgründen müssen wir, alle 45 Ordensfrauen, das Gebäude verlassen. Auf Tragen und in Rollstühlen werden die Bettlägerigen und Gehunfähigen der Pflegestation über den Hof in den Sammelraum im benachbarten Seniorenheim gefahren. Eine lange "Prozession" von Schwestern mit Rollatoren oder sich gegenseitig stützend ist auf dem Weg. Bange Blicke in den gespenstisch erleuchteten Nachthimmel über dem Kapellendach! Manch stummes Gebet im Herzen. Die historische alte Decke in der Aula, die gerade erst wieder freigelegt wurde, sie ist eingestürzt. In den Augen meiner Mitschwestern sehe ich stumme Tränen. Jetzt im Nachhinein blicken wir staunend und dankbar auf das, was vor über 100 Jahren unsere Schwestern mit Lüdinghauser Firmen, Schole und viel andere so solide gebaut haben. Die Grundmauern halten dem Brand stand.

Im großen Saal haben Helfer schnell alle Tische an die Seite geräumt. Nun reihen sich dort Bett an Bett, Rollstuhl an Rollstuhl mit Schwestern und den Frauen und Männer des gefährdeten Wohnbereiches des Seniorenheims. Die Nachtwachen und herbeigeeilten Mitarbeiter/innen und viele Helfer/innen des Roten Kreuzes sind bei ihnen, beruhigen, reichen Wasser, richten die Kissen, lagern die Beine hoch … Dann kommt der Wehrleiter mit der beruhigenden Nachricht, dass der Brand wohl unter Kontrolle sei und Kloster und Seniorenheim verschont blieben. Doch es bleibt noch viel Arbeit für die Feuerwehren zur endgültigen Löschung und zur Sicherung der Brandstelle. Um 03.00 Uhr kann mit dem Rücktransport der Evakuierten begonnen werden.

Wir können nur dankbar sein, dass Schlimmeres verhütet worden ist. Was oft so leichthin gesagt wird, sagen wir nun aus tiefster Seele: "Wir hatten einen guten Schutzengel" – will sagen: "Gott wir danken Dir, Du hast uns so schnell viele gute Helfer/innen geschickt. Dein Segen war mit ihnen und mit uns."

Was uns allen bleibt ein großer Dank an alle Mitwirkenden der Polizei, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes für ihren schnellen, bestens koordinierten Einsatz, für alle Geduld und ihr Verständnis für unsere Angst und Unsicherheit für freundliche, anteilnehmende Gesten, die beruhigende Präsenz. Und es bleibt uns die wunderbare Erfahrung, in solch bedrohlichen Situationen sind wir nicht allein. Da ist ein Netzwerk von Hilfe, das uns hält und auffängt. Gott segne alle, die uns beigestanden sind und begleite sie mit seinem Schutz!“

Quelle: www.franziskanerinnen-luedinghausen.de



Lüdinghausen - Brandstiftung - ob fahrlässig oder vorsätzlich - sei als Ursache des Feuers im St.-Antonius-Gymnasium in der Nacht zu Mittwoch nicht auszuschließen.

Das teilt die Kreispolizei Coesfeld mit, die mit Unterstützung eines Brandsachverständigen noch bis in den Mittwochabend vor Ort ermittelte. Zur Unterstützung wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt, von dem aus Luftaufnahmen von der Brandstelle gemacht wurden. Nach umfangreichen Untersuchungen, die bis in die Abendstunden andauerten, schließen die Spezialisten eine technische Ursache für den Brand nahezu aus.



Die Untersuchungen an der Brandstelle werden am heutigen Donnerstag fortgesetzt. Bei der weiteren Spurensuche wird im Tagesverlauf ein Brandmittelspürhund der Polizei NRW zum Einsatz kommen. Aufgrund ihrer hohen Mobilität und ihres ausgezeichneten Spürsinns in Verbindung mit weiteren kognitiven Fähigkeiten seien diese Hunde besonders geeignet, Ausdunstungen brennbarer Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Kraftstoff an Brandstellen aufzuspüren, teilt die Polizei weiter mit. Mit abschließenden Ergebnissen sei zeitnah nicht zu rechnen. Nach ersten Angaben eines Sachverständigen dürfte der Sachschaden mehr als eine Million Euro betragen, so der Polizeibericht abschließend.

Quelle für Text und Bilder: www.westfaelische-nachrichten.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:22