zurück zur Übersicht 
Generalwahlkapitel bei den Dillinger Franziskanerinnen
Unter dem Thema „Kehrt um und glaubt dem Evangelium“ (Mk 1,15) fand vom 04. – 18. August 2011 das Generalwahlkapitel der Dillinger Franziskanerinnen in Bamberg statt.


Neue Generalleitung

Erste und wichtigste Aufgabe dieses Kapitels war die Wahl der neuen Generalleitung. Als neue Generaloberin wurde Sr. M. Roswitha Heinrich (61) gewählt. Sie löst Sr. Ann Marie Friederichs (66) nach 12jähriger Amtszeit als Generaloberin ab.
In der Leitung der Kongregation unterstützen Sr. Roswitha:
Sr. M. Beatriz Semiano (72), Brasilien – Generalvikarin
Sr. M. Isabel Westphalen (45), Deutschland – Generalrätin
Sr. M. Veronika Görnert (49), Deutschland – Generalrätin
Sr. M. Paulit Kannampuzha (63), Indien – Generalrätin.



V. li. n. re: Sr. Veronika Görnert, Sr. Paulit Kannampuzha, Generaloberin Sr. Roswitha Heinrich, Generalvikarin Sr. Beatriz Semiano, Sr. Isabel Westhphalen

Den Wahlen gingen Berichte aus den sieben Provinzen der Dillinger Franziskanerinnen in Deutschland, USA, Brasilien und Indien voraus. Jede Provinz stellte ihren Rechen-schaftsbericht mit einem für sie passendem Symbol vor. Grundlage für die Wahl des Symbols waren die Farben des Regenbogens.

Die 37 Kapitularinnen beschäftigten sich nach der Wahl mit Fragen, welche die ganze Kongregation betreffen. Ein wesentlicher Diskussionspunkt war die Vertiefung der Franziskanischen Spiritualität in allen Provinzen und die Weitergabe dieser Spiritualität an Frauen und Männer, die mit uns auf dem Weg sind. Die Kapitelsgemeinschaft beschäftigte außerdem die Fragen des Älterwerdens der Gemeinschaft, die Intensivierung der Berufungspastoral und wie trotz der Vielsprachigkeit über die Kontinente hinweg die Zusammengehörigkeit vertieft werden kann. Jedoch unser gemeinsames Charisma als Dillinger Franziskanerinnen verbindet uns weltweit.

Das Kapitel begleitete Br. Helmut Schlegel, OFM, Hofheim / Taunus als Moderator, Prozessbegleiter und Wahlvorsit-zender.
Zum Kapitelsthema „Kehrt um und glaubt dem Evangelium“ gab Dr. Georg Beirer wertvolle spirituelle Impulse. Jede Kapitelssitzung wurde eingeleitet mit Texten der heiligen Klara, aus dem 3. und 4. Brief an Agnes von Prag.

Neben dem Klarajubiläum gedenken wir Dillinger Franziska-nerinnen unserer Gründung 1241, also vor 770 Jahren. Heute gehören unserer Gemeinschaft weltweit ca. 760 Schwestern an.

Als Highlight, neben der sehr intensiven Kapitelsarbeit, wurde der gemeinsame Ausflug „Auf den Spuren erster Franziskaner in Deutschland“ erlebt. In Rothenburg o.T. und Würzburg finden sich heute noch Zeugnisse der ersten Brüder, die nach Deutschland kamen (Würzburg 1221, Rothenburg o.T. 1281).

Im Blick auf unsere Zukunft als franziskanische Gemeinschaft, gab die bisherige Generalleitung Impulse zum Weiterdenken: Die Frage nach der Zukunft unserer Gemeinschaft und die der Ordensgemeinschaften generell bedrängt uns. Zukunft ist uns geschenkt, wenn es uns um mehr geht, als um uns selbst, wenn es uns um Jesus Christus und seine Botschaft geht. Mit Hoffnung gehen wir den „Such-Weg“ nach dem Willen Gottes in und für diese Zeit. Allerdings müssen wir unseren Wirkungsort neu finden, über unsere Werke und bisherigen Aufgabenbereiche hinaus, dort, wo Menschen einen Menschen suchen und brauchen, einen Menschen, der spirituell tief verwurzelt ist in seiner Lebenswirklichkeit.
Für heute heißt das, neue Orte finden in der Kirche und in der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Auf diesem „Such-Weg“ ist es entlastend zu wissen, das wir einen Dienst leisten, nicht zu unserem Selbstzweck, sondern um mitzubauen am Reich Gottes in unserer Zeit. Es ist entlastend zu wissen, dass wir das Mögliche getan haben, diesen unseren Auftrag zu erfüllen und wenn es an der Zeit ist, unseren Auftrag zurückzulegen in Gottes Hände in dem Wissen: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Ein Gedicht von Andreas Knapp drückt „Zukunft“ so aus:
Werdet Vorübergehende
Schnitz dir einen Wanderstab
aber zimmere dir keinen Dachbalken
Wozu eine Vorratstasche
Liebe empfängt man nicht aus Konserven
Hoffe auf frisches Brot unterwegs
Du darfst Sandalen tragen
aber lerne auch barfuss zu gehen
Zu viel Geld dabei beunruhigt
Sonne und Regen gibt es gratis
Nimm ein zweites Hemd mit
für das Fest
und für das Grab

(Andreas Knapp, Weiter als der Horizont. Gedichte über alles hinaus, Würzburg, 5. Aufl. 2007, S. 42)

Sr. Pernela Schirmer


  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34