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Grundlagenseminar 2011 zum Menschenbild
Nach dem sozial-politischen Thema 2010 „Bedingungsloses Grundeinkommen“ widmete sich das diesjährige Grundlagenseminar für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung vom 18.-20. März 2011 in Hofheim einer franziskanischen Grundlegung.

Die 17 Teilnehmenden beschäftigten sich mit dem franziskanischen Menschenbild und seinen Implikationen für Friedenshandeln.



Franz-Josef Wagner
lud als Moderator die Teilnehmenden zum Kennenlernen ein, in Kleingruppen Stichworte zum Menschenbild zu sammeln, die mit den Anfangsbuchstaben der Vornamen beginnen.

In einem weiteren Schritt ging es darum, den anderen zum Lachen zu bringen und dabei selbst ernst zu bleiben.


Nach diesem spielerischen Einstieg hatten die Teilneh-menden Gelegenheit, sich mit Bild und Text 7 Stationen aus dem Leben von Franziskus zu vergegenwärtigen, die etwas mit Menschenbildern zu tun haben:
* Homo oeconomicus – Homo faber,
* Homo bellicus – Homo lupus,
* Der neue Mensch,
* Homo ludens,
* Homo viator,
* Der Ausgestoßene,
* Homo sapiens.

In Kleingruppen erfolgte der Austausch darüber, welches Menschenbild mich besonders berührt hat und welche Assoziationen sie in mir auslösen.

Die inhaltlichen Impulse setzte der Rektor der Päpstlichen Universität Antonianum in Rom, Br. Johannes Baptist Freyer ofm. Er stellte das franziskanische Menschenbild und die Grundlegungen der franziskanischen Tradition dar.
Die Aufhänger dazu waren:
* Die Imagotheologie
* Der Mensch als Homo viator
* Die Personlehre
* Die Lehre von der Beziehung
* Die Sündenlehre
* Die (franziskanische) Spiritualität



Daraus entwickelte er 9 Bausteine zu einem Fundament des Friedens:
1. Dynamik der Liebe
2. Geschöpflichkeit und Mindersein
3. Das Gute
4. Beziehungsfähigkeit
5. Pilgerschaft und Fremdling
6. Immanenz Gottes
7. Weg der Kenosis
8. Gottfähigkeit des Menschen
9. Prophetische Haltung

Aus diesen Bausteinen ergaben sich die Fragen zur weiteren Bearbeitung: Welche Grundlegungen des franziskanischen Menschenbildes sind für mein eigenes Menschenbild besonders wichtig? Welche aktuellen Ausdrucksformen sind für die Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung von Bedeutung?

Die gefundenen Ergebnisse wurden durch kreative Gruppenarbeit vertieft und gestaltet:
* Durch Ausdruckstanz im Labyrinth
* Durch das Erstellen einer Collage
* Durch Fotos aus dem Ort
* Durch vertiefende Textanalyse



Der letzte Schritt bestand darin, die Folgerungen, die sich als Elemente des Friedens herauskristallisierten, in praktisches Tun zu übersetzen. Diese Elemente sind:
1. Das bedingungslose Lieben des Anderen in seiner Andersartigkeit
2. Der Verzicht auf egoistische Aneignung – Freigiebigkeit und Großzügigkeit
3. Die Anerkennung des Guten im Anderen
4. Der Dialog als Grundlage der Geschwisterlichkeit
5. Die Offenheit und Annahmefähigkeit
6. Das Erkennen der Gegenwart Gottes in allen Geschöpfen
7. Die Vergebung und Versöhnung
8. Die Solidarität mit allen Geschöpfen
9. Die Gerechtigkeit und der Friede

Als Konkretion für den Alltag wurden benannt:
- Die Bewusstmachung der Erkenntnis von Franziskus: „Was der Mensch vor Gott ist, das ist er“
- Das Zeit-Teilen mit/für Menschen, mit denen ich es sonst nicht tun würde
- Die Versöhnung
- Die Annahme des Anderen in seiner Andersartigkeit
- Der Dialog mit den Menschen, mit denen ich lebe
- Das tägliche Miteinander Aushalten
- Im Jahr des Waldes einen Baum pflanzen, eine Baumpatenschaft übernehmen, einen Baum umarmen.



Die neu gewonnenen Erkenntnisse und gemachten Erfahrungen flossen ein in den gemeinsamen Gottesdienst, den die Teilnehmenden abschließend miteinander feierten.

Text und Bilder: Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34