Dies ist eine alte Version des Dokuments!



  zurück zur Übersicht 
Politik und Kirche: Voneinander lernen?
Was haben Politik und Kirche gemeinsam? Wie können die Verantwortlichen beider Bereiche voneinander lernen? Und wie nah sind sich Politik und Kirche im Alltag eigentlich?

Antworten auf diese Fragen gab ein „Abend der besonderen Art“, zu dem die Bruder-Jakobus-Wirth-Stiftung ins Josefshaus nach Hausen eingeladen hatte.


Bruder Ulrich diskutierte mit der CDU-Politikerin Julia Klöckner über Gemeinsamkeiten

Vor vielen interessierten Zuhörern sollten Gemeinsamkeiten beider Institutionen herausgestellt werden, und so mancher dürfte vom Ergebnis überrascht gewesen sein. Denn obwohl die Aufträge von Politik und Kirche sehr verschieden sind, so gibt es durchaus Parallelen.



Das machten die CDU-Politikerin Julia Klöckner und Generalsuperior Bruder Ulrich Schmitz in einem spannenden Interview deutlich. Julia Klöckner zeigte sich dabei durchaus offen für die Fragen des Geistlichen, immerhin hat sie selbst Theologie und Politikwissenschaften studiert. In einem erfrischenden Dialog berichtete die Christdemokratin nicht nur davon, wie sie zur Politik gekommen ist, sondern auch darüber, wie sie ihr Mandat versteht. „Wir sind als Politiker nicht heiliger als die, die uns wählen“, sagte Klöckner und gab ihren Zuhörern eine grundsätzliche Botschaft mit auf den Weg: „Jeder Mensch ist gleich viel wert, und jedes Leben ist ein Geschenk Gottes“. Damit war die erste Gemeinsamkeit von Politik und Kirche gefunden. Die grundsätzliche Haltung muss deutlich werden, sowohl in der Kirche als auch in einer Partei, lautete das übereinstimmende Fazit.

Und Klöckner forderte: „Die CDU muss auch zu ihren christlichen Werten stehen.“ So nahm die überzeugte Katholikin auch zum Thema „Pränatale Implantations-diagnostik“ Stellung. Man muss auch Zeugnis abgeben und sich zu seinem Glauben bekennen“, appellierte sie an ihre Zuhörer.



Auf die Frage Bruder Ulrichs, wie denn die Politik Menschen erreichen und ermutigen könnte, stellte Klöckner deutlich heraus, dass es nicht nur in der Politik, sondern auch in der Kirche an Persönlichkeiten liegt, die für ihre Überzeugung eintreten. Und auch das wurde während des Gespräches deutlich: Ganz gleich, ob Kirche oder Politik, die Verantwortlichen müssen sich immer zu Entscheidungen durchringen und stoßen laut Bruder Ulrich auch immer wieder an die Grenzen des Möglichen. Dass Politik und Kirche voneinander lernen könnten, schlossen beide an diesem Abend nicht aus. „Es wäre doch eine Herausforderung, wenn die Kirche vom demokratischen Prinzip lernen würde“, sagte Julia Klöckner. Und mit einem Augenzwinkern gab die Politikerin dem Franziskanerbruder einen kleinen Seitenhieb: „In der Politik gibt es das Frauenquorum, davon ist die Katholische Kirche noch weit entfernt.“

Beate Christ

Zu einem "Abend der besonderen Art" waren in Hausen bereits zu Gast: Frau Beate Heinen (Künstlerin), Pfr. Reiner Schmidt (ev. Kirche und Sportler mit Behinderung; Goldmedaillen und WM Titel im Tischtennis) sowie Pastor Franz Meurer (Köln Höhenberg-Vingst).


  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:22