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Gründung der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol
Am 10. Mai 2011 wurde in St. Georgen am Längsee die neue Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol gegründet.

Sie zählt insgesamt 127 Mitbrüder (73 in Österreich, 54 in Südtirol) mit 16 Klöstern (Österreich 10, Südtirol 6). Die Provinz wird von Innsbruck aus geleitet und verehrt den hl. Laurentius von Brindisi als Patron. Zugleich wurde eine neue Provinzleitung ernannt.


,,Wenn wir uns bemühen, trotz aller Unterschiede einen gemeinsamen Weg zu gehen, leisten wir einen wichtigen Dienst für den Orden und für die Kirche“, betonte Provinzial Lech Siebert zu Beginn des Vereinigungskapitels.

48 Mitbrüder aus Österreich und 20 aus Südtirol waren angereist, um diesen Zusammenschluss mitzuerleben. Er ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, der mit entsprechenden Beschlüssen der beiden Provinzkapitel begonnen hatte. Von Aufbruchstimmung war zwar nicht viel zu spüren, die Tage in der Abgeschiedenheit des Stiftes St. Georgen bei Klagenfurt wurden aber zu einem frohen hoffnungsvollen Fest, mit Begegnungen, Gebet, Gottesdiensten und offiziellen Feiern. Aus Rom waren Generalminister Mauro Jöhri und Generaldefinitor Peter Rogers von Anfang an mit dabei.



Chance und Auftrag

Beim Gottesdienst zu Ehren des hl. Laurentius von Brindisi am 10. Mai machte Generaldefinitor Peter Rogers den Brüdern Mut. Er verglich die Situation der beiden Provinzen mit einem jungen Paar, das ein Kind erwartet. ,,Die Provinzen haben sich vorbereitet auf die Geburt von etwas Neuem; wir wissen nicht, wie dieses Neue aussehen wird, hoffen aber, dass es gesund sein möge und Freude mit sich bringe“, so Rogers. Er lud die Mitbrüder dazu ein, alle Ängste und Sorgen der Liebe Gottes anzuvertrauen und das Geschenk dieser Vereinigung dankbar anzunehmen, als Chance und Auftrag. Die liturgischen Feiern und Gebete wurden gestaltet von den Südtiroler Brüdern Bernhard Frei und Valentin Rieder.

Mit der Proklamation der neuen Provinz und der Bekanntgabe der neuen Provinzleitung erreichte die Zusammenkunft am Nachmittag des 10. Mai ihren ersten Höhepunkt. Dazu konnte Provinzial Anton Beikircher viele Ehrengäste begrüßen: die Provinzoberen von Krakau Br. Jazek Waligóra und von Malta Br. Emmanuel Barbara, den Vikar der Schweizer Provinz Br. Agostino del Pietro, die zwei Brüder aus Madagaskar Odilon und Manfred Marent. Provinzial Lech Siebert dankte allen, die durch ihre Mitarbeit und ihr Interesse den langen Prozess der Einigung begleitet haben. Dann wurde das Dekret zur Errichtung der neuen Provinz Österreich – Südtirol verlesen.

Neue Provinzvorstehung

Zugleich gab der Generalminister die von ihm ernannte Leitung der neuen Provinz bekannt, mit dem Hinweis: ,,…nach sorgfältiger Prüfung und Befragung aller Mitbrüder beider Provinzen“.

Folgende Mitbrüder wurden ernannt:
Provinzial: Lech Siebert
Provinzvikar: Franz Zitturi
2. Definitor: Markus Präg
3. Definitor: Ernst Josef Ehrenreich
4. Definitor: Marek Krol
5. Definitor: Thomas Miczek
6. Definitor: Markus Kerschbaumer.


vlnr: Br. Markus Kerschbaumer, Br. Ernst J. Ehrenreich, Br. Franz Zitturi, Br. Lech Siebert, Br. Marek Krol, Br. Markus Präg

Alle sieben Mitbrüder nahmen die Ernennung an und legten anschließend das Glaubensbekenntnis ab. Mit dieser Ernennung sei das Ergebnis des Wahlkapitels der Österreichischen Provinz vom vorigen Jahr bestätigt worden, betonte der Generalminister. Er wies darauf hin, dass innerhalb eines Jahres ein Sachkapitel stattfinden muss, an dem alle Mitbrüder teilzunehmen haben. Aufgabe dieses Kapitels ist es, neue Statuten auszuarbeiten.

Der Generalminister räumte ein, dass der Österreichischen Provinz ein Kraftakt abverlangt worden sei: Sie musste sich neben der eigenen Konsolidierung auch noch um die Vereinigung mit Südtirol kümmern. Br. Mauro dankte in besonderer Weise Langzeitprovinzial Anton Beikircher. Er habe sich für eine Annäherung an Österreich stark gemacht und um die personelle Solidarität mit der Provinz Krakau bemüht.

Der neu ernannte Provinzial Lech Siebert lud die Mitbrüder dazu ein, ,,getragen von der Liebe Gottes die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich kraftvoll für mehr Menschlichkeit einzusetzen“. Wir müssten uns fragen: Was will Gott uns heute sagen? Folgendes Versprechen gab Br. Lech ab: ,,Ich werde nicht alles richtig machen und manche Erwartungen nicht erfüllen können, wir wollen aber das Möglichste tun, um Zukunft gestalten zu können.“

Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte Br. Lech dem scheidenden Provinzial Anton Beikircher eine Erinnerungskerze und einem Urlaubsgutschein. Br. Anton revanchierte sich mit einem kostbaren Messkleid.

Nach dem Festakt fuhren die Teilnehmer nach Klagenfurt, wo im Kapuzinerkloster die Geschichte der Provinzen mit Powerpoint präsentiert wurde. Dann stand eine Führung durch die ,,Fuchs-Kapelle“ auf dem Programm. Ein Essen im Gasthaus ,,Landhaushof“ beendete diesen geschichtsträchtigen Tag.

Mit dem Festgottesdienst am 11. Mai fand das Gründungskapitel seinen Abschluss. Generalminister Mauro Jöhri feierte in Konzelebration mit der neuen Provinzleitung den Gottesdienst zu Ehren des hl. Vaters Franziskus. An die 30 Gäste nahmen daran teil: Diözesanbischof Alois Schwarz, Brüder und Schwestern aus den franziskanischen Ordensgemeinschaften sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Klöstern. In seiner Ansprache stellte Br. Mauro den hl. Franziskus als Vorbild einer lebendigen Gottesbeziehung hin. ,,Eine Provinzvereinigung ermöglicht es, in Ruhe weiter zu arbeiten und ein Leben aus dem Glauben zu führen, ohne sich um Strukturen kümmern zu müssen“, so der Generalminister. Unsere Hauptaufgabe bestehe darin, ,,in der säkularisierten Welt von heute Zeugnis für die Menschenfreundlichkeit Gottes zu geben“.

Die neue Provinz Österreich – Südtirol zählt insgesamt 127 Mitbrüder (73 in Österreich, 54 in Südtirol) mit 16 Klöstern (Österreich 10, Südtirol 6). Die Provinz wird von Innsbruck aus geleitet und verehrt den hl. Laurentius von Brindisi als Patron.

Die Mitbrüder der neuen Provinz hoffen, dass die Vereinigung auch nach innen wirkt und manches bewegen kann. Pr

Quelle: www.kapuziner.de


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