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Minoriten wählen neue Provinzleitung
Das ordentliche Provinzkapitel der Franziskaner-Minoriten in Deutschland wurde am 28. November 2011 im ordenseigenen Bildungshaus Kloster Schwarzenberg in Mittelfranken eröffnet. Teilnehmer waren 15 Delegierte aus der Ordensprovinz, die bisherige Provinzleitung (fünf Brüder), sowie der Ex-Provinzialminister. Präses des Kapitels war der Generalminister des Ordens, Br. Marco Tasca, aus Rom.


Der erste Teil des Kapitels von Montag bis Freitag widmete sich der Berichterstattung über die letzten vier Jahre sowie der Wahl einer neuen Provinzleitung. Am ersten Tag wurden die Berichte über die vergangenen vier Jahre gehört. Zunächst präsentierte Br. Miljenko Hontic, der im Auftrag des Generalministers die Provinz visitiert hatte, seinen kanonischen Visitationsbericht. Im Anschluss daran erläuterte der bisherige Provinzialminister Br. Leo Beck seinen Bericht über seine Amtsperiode, die im Jahr 2007 begann. Auch der Provinzökonom, Br. Lukas Schwartz, gab seinen Bericht über die finanzielle Situation des Ordens.
Im Verlauf des Tages wurden folgende weitere Berichte besprochen: Ausbildung Allgemein, Postulat und Noviziat, Juniorat, Berufungspastoral, Ordensapostolat und M.I.


Blick ins Plenum des Provinzkapitels

Am zweiten Tag begann die Gruppenarbeit, für die die Brüder in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Unter Leitung der Mitglieder des Kapitelspräsidiums wurden dort unter anderem folgende Themen besprochen: Gebetsleben, Identität als franziskanischer Orden, Ausbildung, Animation und Leitung der Provinz bzw. der Konvente, brüderliches Leben und Apostolat.

Am folgenden Tag wurden aus den gestrigen Arbeitsgruppen die Ergebnisse vorgetragen. Der 3. Kapitelstag brachte schließlich eine Unterbrechung des offiziellen vom Kapitelsdirektorium unseres Ordens vorgesehenen Ablaufs. Dr. Georg Beirer, der die Provinz schon seit mehreren Jahren begleitet, war anwesend, um mit den Brüdern einen „Wahlprozess“ zu gestalten. Darin wurde versucht, geeignete Kandidaten für die Dienste des Provinzialministers und der Definitoren zu finden.

Die „Dritte Sitzung“ begann mit dem Heilig-Geist-Hymnus. Anschließend schritt man zur Wahl des Provinzialministers. Gewählt wurde Br. Bernhardin M. Seither. Er nahm die Wahl an und legte vor dem Generalminister seinen Amtseid ab – mit dem Te Deum, „Großer Gott, wir loben dich“, zogen die Brüder in die Wallfahrtskirche ein.


Der neue Provinzial legt seinen Amtseid ab

In der „Vierten Sitzung“ am Nachmittag stellte Br. Bernhardin M. Seither sein Definitorium zur Wahl. Vier Brüder hatte er für dieses Gremium ausgewählt – von den Kapitularen wurden die Vorschläge bestätigt.
Somit sind gewählt:
Br. Anselm Kraus, Provinzvikar
Br. Josef Bodensteiner, Provinzsekretär
Br. Steffen Behr, Definitor
Br. Andreas Murk, Definitor
Auch der vorgeschlagene Provinzökonom – Br. Lukas Schwartz – wurde von den Kapitularen bestätigt.

Am fünften Kapitelstag trug der Kapitelssekretär Br. Andreas Fieback die Ergebnisse der Gruppenarbeiten vor. Daraus entstand ein Arbeitspapier, welches nun die neue Provinzleitung als Grundlage für Vorschläge für den zweiten Kapitelsteil – März 2012 – verwenden muss.


Br. Marco Tasca, Generalminister, bei seinem leidenschaftlichen Plädoyer für ein lebendigeres Zeugnis der Franziskaner-Minoriten in Deutschland

Nach dem Ende der Arbeitseinheiten nutzte unser Generalminister Br. Marco Tasca die Gelegenheit, ein ermahnendes und ermutigendes Wort an die Brüder zu richten. Unter Einsatz seines gesamten Stimmvolumens trug er ein leidenschaftliches Plädoyer vor. Er forderte die Provinz zum verstärkten Zeugnis auf: „Eure Provinz braucht einen 2. Franziskus!“ – Dort, wo wir unseren Lebensentwurf und die Gelübde mit vielen Worten erklären müssten, dort, so der Generalminister, ist unser Zeugnis mangelhaft. Neben dem Zeugnis legte er einen Schwerpunkt auf das Risiko: die Brüder müssen etwas riskieren, denn „wir haben nichts zu verlieren – und wenn wir etwas zu verlieren hätten, wäre das im Sinne von Franziskus ein schlechtes Zeichen!“ Drittens stellte er fest, dass wir gute Arbeit leisteten und in der Regel auch viel arbeiteten, doch: „Viele klatschen, freuen sich an unserer Arbeit – und nur wenige folgen uns. Wir sind tüchtig und fleißig, aber offenbar nicht schön genug, nicht attraktiv genug in unserem Lebensentwurf für andere!“ Und schließlich ermahnte er die Brüder, wie auch vor vier Jahren beim letzten Provinzkapitel, die „Lokomotive“ zu sein – die treibende Kraft für das Leben der Franziskaner-Minoriten in Deutschland – zusammen mit den polnischen und rumänischen Brüdern, und auch die Lokomotive im Blick auf die angestrebte Zusammenarbeit mit den Brüdern in Österreich und der Schweiz.

Der neu gewählte Provinzialminister Br. Bernhardin versprach, sich dieser Anliegen annehmen zu wollen und bat alle Brüder um ihre Mithilfe. Nur gemeinsam seien die Aufgaben zu bewältigen. Nach dem Auftritt des Generalministers sei er überzeugt, dass es jemanden gibt, der die Lokomotive antreibt – nämlich den Generalminister selbst. Und dieser versicherte denn auch, dass er sich künftig noch öfter überzeugen wolle, ob der Zug denn auch fahre… Mit der Ansage des zweiten Kapitelsteil wurde die erste Hälfte des Provinzkapitels dann offiziell beendet. – Inoffizieller Abschluss war das gemeinsame Gruppenfoto und ein erster Pressetermin für den neu gewählten Provinzialminister.

Text (leicht verändert und gekürzt) und Bilder:
Br. Andreas Murk

Quelle: www.franziskaner-minoriten.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34