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Internationale Franzis-kanische Konferenz des Regulierten Dritten Ordens
84 Teilnehmer/innen aus allen Kontinenten treffen sich zur alle vier Jahre stattfindenden Generalversammlung der Internationalen Franziskanischen Konferenz des Regulierten Dritten Ordens (IFK-TOR) von 25. bis 30. April 2013 in Assisi.


„Verwurzelt in Christus – vom Feuer des Geistes entfacht – Geh, verwandle die Welt“

Dieses dreiteilige Thema beflügelt uns in diesen Tagen, den Spuren der Heiligen aus Assisi nachzugehen und uns ansprechen zu lassen von den Anliegen der Welt heute.



Sr. Elena Bosetti, Paulusschwestern Rom, betrachtet in ihrem Referat die vier Kernworte „verwurzelt – entfacht – geh – verwandle“ in deren biblischen Verankerung. „Das Evangelium leben“ bekommt dadurch neue Aktualität – die Botschaft Jesu drängt uns zum „Geh, verwandle die Welt“.

Sr. Nancy Schreck
, Franziskanerin USA, geht mit dem gleichen Thema einem franziskanisch gestalteten Ordensleben auf den Grund. Ausgehend von Charlens Dickens Zitat aus dem Buch „Geschichte aus zwei Städten“ (Insel Verlag 1987) „Es war die beste und die schlimmste Zeit, […] eine Epoche des Glaubens und des Unglaubens, eine Periode des Lichts und der Finsternis: es war der Frühling der Hoffnung und der Winter der Verzweiflung; wir hatten alles, wir hatten nichts vor uns …“ durchschreitet sie mutig die Tradition(en) und sucht mit uns gemeinsam nach lebensspendenden Alternativen.
In Franz und Klara lässt sich eine dieser Möglichkeiten entdecken. Sie ermutigt uns „durch Wort und Werk für Gottes Stimme Zeugnis zu geben und alle wissen zu lassen, dass niemand allmächtig ist außer Gott“, wie es in der Regel des Regulierten Dritten Ordens im Artikel 29 heißt Verheißungsvoll und zukunftsorientiert schließt Sr. Nancy ihren Vortrag: „Franz und Klara von Assisi, die unsere Vergangenheit geprägt haben, werden auch unsere Zukunft prägen. Wir wissen vielleicht nicht wie, doch sind wir davon überzeugt, dass Menschen von diesem Geist beseelt etwas in Bewegung setzen. Sie kommen, um Leben in eine Welt des Todes zu bringen. Es sind die, die glauben, dass wir vor dem Hereinbrechen der Zukunft Gottes stehen. Es ist nicht unsere Aufgabe, die ganze Welt auf einmal in Ordnung zu bringen, wir setzen uns ein in dem Teil der Welt, den wir erreichen können. Geh‘, verwandle diese Welt und denk daran, dass das Einzige, wonach sie verlangen sollten, ist, den Geist des Herrn zu haben‘ (vgl. Regel des Regulierten Dritten Ordens, Art. 32).“

P. Anthony John Gittins CSSp geht in seinem Referat auf die anthropologischen Grundlagen des Themas ein. Wir sind geformt, eingeschränkt und vermenschlicht durch die Kultur, in der wir leben und in der unsere Identität gründet. Auf dem je eigenen kulturellen Hintergrund haben wir uns verwurzelt in Christus, in Gott. Wenn wir uns damit dem „verwandle die Welt“ stellen, werden wir Grenzen spüren, die eigenen und die der anderen. Im Geist Gottes verwurzelt und entfacht von ihm könnte unsere Hoffnung darin bestehen, dass wir einen „tiefen Blick in uns selbst werfen“, wir könnten einen Blick „um uns herum werfen“ und uns dann verwandeln lassen in das „Profil eines Propheten“, so „dass wir das Antlitz Jesu widerspiegeln“. „Wir dürfen nicht einfach nichts tun. […] Niemand kann einem anderen sagen, was er oder sie tun soll, aber jeder von uns kann sich fragen, was wir tun können, und wir können unsere Freunde – und unsere Feinde – bitten, es uns zu sagen. […] Verwandlung ist sicherlich nicht leicht; sie kann aber geschehen und ist dringendst notwendig. Sie erfordert, dass wir in Christus verwurzelt und vom Feuer des Geistes entfacht sind (vgl. Kol 2,6-7). Dann können Sie, kann ich, können wir von hier weggehen wie Jünger/innen, die glauben, dass wir mit Jesus dem Christus die Welt verwandeln helfen können.“ Diesem Schlussplädoyer von P. Anthony ist meines Erachtens nichts hinzuzufügen.



In den Sprachgruppen Englisch, Spanisch/Portugiesisch, Italienisch, Französisch und Deutsch wurden anschließend die Referate auf dem eigenen kulturellen Hintergrund diskutiert. Das Schlussdokument, das nach intensiven Beratungen sowohl in den Gruppen als auch im Plenum einstimmig angenommen wird, spiegelt die Hoffnung und die Freude an unserem franziskanischen Auftrag wider. Während der Generalversammlung werden auch die Berichte des Präsidenten, der Generalsekretärin und der Finanzbericht entgegengenommen und verabschiedet.

Wahl von Präsidentin und Rat

Im Rahmen der Generalversammlung der IFK-TOR wird die Leitung für die nächsten vier Jahre gewählt.
Sr. Deborah Lockwood, Generaloberin der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe (Generalat in Rom), wird als Präsidentin gewählt.
Weitere Ratsmitglieder sind:
Sr. Celestine Giertych, Congregation Sisters of St. Felix of Cantalice, Kanada (Generalat in Rom)
Sr. M. Klara Simunovic, Franziskanische Schulschwestern von Christus, dem König, Kroatien (Generalat in Grottaferratta bei Rom)
In anderen Kontinenten und Ländern leben folgende neu gewählte Ratsmitglieder:
Sr. Sinclare, Franciscan Clarist Congregation, Indien
Sr. Maria do Livramento Melo de Oliveira, Missionary Sisters of the I. C. of the Other of God, Lateinamerika
Sr. Marianne Jungbluth, Franziskanerinnen von der hl. Familie, Belgien

Beim Abschlussgottesdienst werden die neuen Ratsmit-glieder feierlich installiert und wir, alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Generalversammlung, um unsere Bereitschaft gefragt, die Botschaft dieser Versammlung hinauszutragen in unsere Welt, hineinzutragen in unsere Gemeinschaften.

Wir dienen der Sendung Gottes als Brüder und Schwestern, sind verwurzelt in Christus, genährt von ihm und entfacht im Geist. So erkennen wir die Herausforderungen der heutigen Welt und tragen die Verantwortung für Gottes Schöpfung mit. In Kontemplation und prophetischem Handeln träumen wir, erforschen wir und stellen uns neuen Risiken. Gemeinsam nehmen wir in Einfachheit und franziskanischer Freude als Gottes Werkzeuge teil an der Verwandlung der Welt. In der Unterschiedlichkeit innerhalb der einen Menschheitsfamilie und in der Achtung aller Menschen in ihren Kulturen, setzen wir uns dafür ein, das Evangelium interkulturell und in Einheit zu leben. Wir wenden uns den Menschen am Rand der Gesellschaft und der Kirche zu – besonders den Frauen, und verpflichten uns, für ihre Sache einzutreten. Wir wissen, dass dies von uns persönlich und gemeinschaftlich eine Verwandlung durch den Hl. Geist erfordert. So, lasst uns gehen … Fangen wir an …

Sr. Franziska Bruckner, OSF Amstetten


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