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Spiritualität des Alltäglichen
Spiritualität zeigt sich im Alltag, im Zusammenleben innerhalb der Gemeinschaft, in der Art und Weise der Arbeit, im Umgang mit Menschen und Dingen.

Vom 10.-13. Juni 2014 trafen sich rund 80 Brüder der Deutschen Franziskanerprovinz zum Mattenkapitel in Vierzehnheiligen, um über eine Spiritualität des Alltäglichen nachzudenken, diese praktisch einzuüben und sich in Gespräch und Austausch, in Gebet und Gottesdienst geistlich zu begegnen.


Brüderliches Pfingsten in Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen ist seit vielen Jahren für die Franziskaner der Ort ihres brüderlichen Pfingstens. In Anlehnung an das Mattenkapitel der ersten Brüder in Portiuncula treffen sie sich in regelmäßigen Abständen entweder mit der gesamten mitteleuropäischen Konferenz (Niederlande, Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Rumänien) oder wie jetzt als Deutsche Provinz.

Gruppenbild vom Mattenkapitel der Franziskaner 2014

Spiritualität des Alltäglichen

Den thematischen Schwerpunkt Spiritualität des Alltäglichen gestaltete das Team des Zentrums für christliche Meditation und Spiritualität in Frankfurt.


Sr. Kristina Wolf stellt das Meditationszentrum in Frankfurt vor

Nach einer Vorstellung des Zentrums durch Sr. Kristina Wolf leitete Br. Helmut Schlegel eine Körper-Übung zum Thema Spiritualität und Alltag an und gab einige inhaltliche Impulse zur biblischen Erzählung von Maria und Martha. Diese wurde zu einer leibhaftigen Erfahrung durch eine Skulpturenarbeit, bei der jeweils drei Brüder wechselweise die Rollen von Maria, Martha und Jesus einnahmen. Andrea Maschke vertiefte diese Erfahrung an Hand des modernen Bildes „Maria und Martha“ der Künstlerin Sylvia Vandermeer. Einen anderen Zugang über Yoga erschloss Sr. Mary Pulattu.


Sylvia Vandermeer: Maria und Martha

Im zweiten Teil stand die Emmausgeschichte im Focus. In sieben Gesprächsgruppen beschäftigten sich die Brüder mit je einem Aspekt dieser Begegnungs- und Auferstehungs-geschichte.


Gesprächsgruppe im Klostergarten

Die Gedanken flossen ein in die Feier der Eucharistie, die in Form einer Emmausmesse begangen wurde. Begangen im wörtlichen Sinn, als dass die Teilnehmenden in der Wallfahrtsbasilika die einzelnen Stationen als Weg abgingen und an jeder Station den Impuls aus der Gruppe hörten: Leben teilen, trauern und Abschied nehmen, Frende(s) annehmen, Jesus (neu) entdecken, mit der Schrift leben, Eucharistie feiern, dem Alltag Gestalt geben.


Die 7 Impulse der Emmausgeschichte


Die Brüder umstehen zum Segen den Altar der 14 Nothelfer/innen

Rezitation literarischer Texte zu Franziskus

Am Abend folgte ein kulturelles franziskanisches Highlight. Unter dem Titel „So siegt die Armut über Macht und Wahn“ rezitierte Martin Neubauer bedeutende literarische Texte zu Szenen aus dem Leben des hl. Franziskus, beginnend von Dante Aligheri bis hin zu verschiedenen Schriftstellern des 20. Jh. wie Reinhold Schneider oder Rainer Maria Rilke.


Martin Neubauer rezitiert Texte zu Franziskus

Gefreut haben die Brüder sich über den Besuch des Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der den Franziskanern seit langer Zeit sehr verbunden ist.


Erzbischof Ludwig Schick

Einführung in das Ruhegebet

Einen weiteren inhaltlichen Akzent setzte am folgenden Tag Dr. Peter Dyckhoff, der in das Ruhegebet nach Johannes Cassian einführte. Kenntnisreich schlug er den Bogen von den Wüstenvätern in unsere Zeit.


Pfarrer Dr. Peter Dyckhoff erläutert das Ruhegebet

Anschließend blieb noch Zeit für aktuelle Informationen des Provinzialministers Br. Cornelius Bohl.


Provinzialminister Br. Cornelius Bohl

Verschiedene Workshopangebote

Die Nachmittagsgestaltung erfolgte in Neigungsgruppen. Die Brüder konnten wählen zwischen einer geführten Wanderung mit geistlichen Impulsen, der erklärenden Besichtigung der Orgel, einem Workshop zur Neugestaltung der Franziskaner-Homepage, einem Bericht über eine Fußwallfahrt nach Assisi oder einem Workshop zur Situation in Brasilien im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft.


Workshop zur Neugestaltung der Franziskanerhomepage

Nach einem weiteren Gottesdienst genossen die Brüder den rekreativen Teil mit lukullischen Gaben vom Kreuzberg.

Die Fußballbegeisterten verfolgten dann das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft.


Brüder bei der Rekreation im Innenhof des Diözesanhauses

Sendung in den Alltag

Nach Laudes und Frühstück wurden die Brüder wieder in ihren Alltag gesandt, um dort (franziskanische) Spiritualität zu leben und die Impulse umzusetzen.


Eingerüstete Türme der Wallfahrtsbasilika

Mit ihren eingerüsteten Türmen erinnert die Basilika derzeit an das franziskanische Wort: „Geh, baue meine Kirche wieder auf. Siehst Du nicht, wie zerfallen sie ist".

Text und Bilder: Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23