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Mitgeschöpfe Tiere
Die Ausgabe 4-2014 der Zeitschrift Tauwetter nimmt unser Verhältnis zu den Tieren in den Blick. Aus franziskanischer Perspektive sind Tiere in ihrer Eigenwertigkeit zu achten und ist ihnen in ihrer Eigenständigkeit mit Ehrfurcht zu begegnen. Vorgestellt wird das Institut für Theologische Zoologie in Münster, das im September 2014 sein fünfjähriges Bestehen gefeiert hat.


Wir hegen sie, wir pflegen sie. Wir verhätscheln sie, wir finden sie zum Knuddeln – unsere Haustiere, unsere geliebten Begleiter, zu denen wir eine herzliche Beziehung aufbauen. Wir sperren sie ein, wir mästen sie. Wir züchten sie mit Eigenschaften wider ihre Natur, wir medikamentieren sie – unsere Nutztiere, unsere Fleischlieferanten, die wir uns in Beziehungslosigkeit einverleiben. Wir beuten sie aus, wir nehmen ihnen den Lebensraum, wir sorgen für ihr Aussterben – mindestens drei Arten sind es, die jede Stunde unwiederbringlich von unserem Planeten Erde verschwinden.

Diese Tauwetter-Ausgabe nimmt das ambivalente Mensch-Tier-Verhältnis in den Blick. „Wollen wir der drohenden Katastrophe vorbeugen, müssen wir von einem anthropozentrischen Kapitalismus zu einer erdbezogenen Lebenskultur gelangen. Anstelle von Selbstgefälligkeit ist Mitgefühl angebracht. Tiere sind Mitlebewesen und wie wir leidensfähig. Ohne die Tiere wird unser Menschsein ärmer, unser Blick auf Gott und die Schöpfung verkürzt sich“, so Heinrich Völkering in seinem Beitrag über die Würde der Tiere. Um das „Mitgefühl mit den Mitgeschöpfen“ geht es auch Birgit Hegewald. Sie führt das menschliche Fehlverhalten auf einen Mangel an Liebe zurück und plädiert für die Anwendung der Goldenen Regel.

Beide Autoren engagieren sich im Institut für Theologische Zoologie, das von Korbinian Labusch vorgestellt wird. Es wurde von dem Kapuziner Anton Rotzetter mit gegründet und hat im September 2014 hat sein fünfjähriges Bestehen gefeiert.
Die Zielsetzungen des Institutes für Theologische Zoologie sind:
- die Erkenntnisse der Naturwissenschaften bezüglich der Mitgeschöpfe des Menschen ernst zu nehmen und sich abzugrenzen von fundamentalistischen Verkürzungen jeder Rede von Mensch und Tier, Gott und Welt,
- die biblischen Überlieferungen vor dem Hintergrund des jüdisch-christlichen Menschenbildes neu zu sichten und in relevante Disziplinen einer wissenschaftlich fundierten und ökumenisch verorteten Theologie einzuarbeiten,
- die Gemeinden für die gesellschaftspolitische und spirituelle Relevanz des Themas zu gewinnen um ein Umdenken anzustoßen, insbesondere was ein gedankenloses Konsumverhalten anbelangt.

Die vorliegende Tauwetter-Ausgabe unterstützt dieses Anliegen aus franziskanischer Perspektive. Der Beitrag „Franziskus und die Tiere“ von Stefan Federbusch ofm verdeutlicht das Verständnis des hl. Franziskus, für den die Tiere als Mitgeschöpfe „Schwester“ und „Bruder“ sind. In ihrer Eigenwertigkeit sind sie zu achten und in ihrer Eigenständigkeit ist ihnen mit Ehrfurcht zu begegnen. Die Konsequenzen einer veränderten Haltung gegenüber den Tieren insbesondere im Bereich Ernährung werden in einer der Ausgaben des kommenden Jahres vertiefend bedacht.

Der Blick in den Stall um die Krippe, in dem Tiere nicht fehlen dürfen, mag zu einem Nachdenken über das persönliche Verhältnis zu den Tieren anregen. Ein neues „geschwisterliches“ Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen und ein „tierisch“ gutes neues Jahr 2015 wünscht allen Leserinnen und Lesern die Tauwetter-Redaktion

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Die Würde der Tiere – eine religiöse Wertschätzung

Heinrich Völkering

Mitgefühl mit Mitgeschöpfen - wissen wir noch, was wir tun?
Dr. Birgit Hegewald

Theologische Zoologie - ein Werkstattbericht
Korbinian Labusch

Franziskus und die Tiere
Stefan Federbusch ofm

Tiere essen - Buchbesprechung
Stefan Federbusch ofm

Literaturhinweise


Die Ausgabe kann unter www.tauwetter-online.de als PDF gelesen und downgeloadet werden.

Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23