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Provinzkapitel der Deutschen Franziskaner
Gut 90 Brüder der Deutschen Franziskanerprovinz trafen auf dem 1. Teil ihres diesjährigen Provinzkapitels vom 18. bis 21. März 2019 in Vierzehnheiligen entscheidende Weichenstellungen für ihr künftiges Leben und Arbeiten.


Deutsche Franziskaner entscheiden über Schwerpunkte künftigen Lebens und Arbeitens

Es handelte sich um ein offenes Teil-Kapitel, an dem auch Brüder teilnehmen konnten, die nicht von Amts wegen oder als gewählte Delegierte offizielle Mitglieder waren.
Den ersten Teil bildeten die Berichte von Provinzialminister Cornelius Bohl und Generalvisitator Wim Pot. Sie gaben einen Überblick über das Provinzgeschehen in den letzten drei Jahren und die derzeitigen Entwicklungen. Prägend war ein etwa zweijähriger Zukunftsprozess, das sog. „Projekt Emmaus“, bei dem alle Brüder eingeladen waren, über ihre franziskanische Berufung heute zu reflektieren und zu überlegen, an welchen Orten und in welchen Aufgaben diese am besten zu verwirklichen sind.


Bei der Eröffnungsliturgie bildete das Stichwort Pilger den zentralen Aufhänger. Provinzialminister Cornelius Bohl (links) überreichte jedem Bruder einen Pilgerstab. (Foto: Stefan Federbusch)


„Pilger sind wir Menschen, suchen Gottes Wort. Unerfüllte Sehnsucht treibt uns fort und fort…“ – pilgend unterwegs in der Kapelle (Foto: Stefan Federbusch)

Franziskanische Leitsätze

Die Brüder in Vierzehnheiligen verabschiedeten Profilsätze zum franziskanischen Leben und Wirken als Zielvorgabe für ihren Alltag und für die anstehenden Entscheidungen der Provinzleitung. Dieses Leitbild „Wie wir als Franziskaner in Deutschland leben wollen“ plädiert für ein Leben vor allem in kleineren Gemeinschaften sowie die Arbeit in projektbezogenen und flexiblen Organisationsformen in Kooperation mit Menschen, die die franziskanische Spiritualität teilen. In einem Leben nach dem Evangelium fühlen sich die Brüder in besonderer Weise zu Menschen gesandt, die auf der Suche sind und die in Gesellschaft und Kirche am Rand stehen.


Im Plenumssaal vor der Bildkulisse der Basilika von Vierzehnheiligen (Foto: Stefan Federbusch)


Zukunftswerkstatt Kulturentwicklung

In einer Zukunftswerkstatt berieten die Teilnehmenden, wie die Erfahrungen aus dem Emmausprozess auch in Zukunft genutzt werden können. Die drei wesentlichen Stichworte lauten Partizipation, Transparenz und Kommunikation. Aus den zahlreichen Ideen konkretisierten die Brüder 12 Projekte, die weiter verfolgt werden sollen.


Sicherung der Ergebnisse unter der Moderation von Frau Hahmann, die den Emmausprozess begleitet hat. (Foto: Stefan Federbusch)

Schwerpunkte zukünftigen Wirkens

Mit großer Mehrheit hat das Provinzkapitel zwölf Standorte benannt, die längerfristig erhalten werden sollen und den Schwerpunkt künftiger Arbeit bilden: Berlin-Pankow, Dortmund, Düsseldorf, Fulda, Hamburg, Hülfensberg, Mannheim, München, Paderborn, Vierzehnheiligen, Wangen und auf jeden Fall eines der beiden Bildungs- bzw. Exerzitienhäuser Ohrbeck oder Hofheim. Um an diesen Orten längerfristig gut präsent bleiben zu können, ist dringend eine Reduzierung der bisher noch 32 Standorte nötig. Dies wurde im Verlauf des Zukunftsprozesses und in den Diskussionen auf dem Kapitel mehr als deutlich. Darum ist zeitnah an eine Auflösung der Häuser auf dem Engelberg, in Garmisch-Partenkirchen, Halberstadt, Köln, Neviges, Waren und Wiedenbrück gedacht. Über den Fortbestand der übrigen Klöster muss situativ entschieden werden. Das Provinzkapitel hat der Provinzleitung die oben beschriebene Gewichtung der Niederlassungen als roadmap für die anstehenden Entscheidungen vorgegeben, selbst aber keine Entscheidungen über die Auflösung von Häusern gefällt. Dies ist nun Aufgabe der Provinzleitung, die dazu in jedem einzelnen Fall im Vorfeld die nötigen Gespräche führen und Klärungen herbeiführen wird.


Die Wallfahrtsbasilika im abendlichen Sonnenschein (Foto: Stefan Federbusch)


Gruppenbild vor der Wallfahrtsbasilika (Foto: Markus Heinze)


Gottesdienst mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (Foto: Stefan Federbusch)

Der zweite Teil des Provinzkapitels wird in der Pfingstwoche in Haus Ohrbeck bei Osnabrück stattfinden.

Vierzehnheiligen, 21.3.2019
Provinzleitung der Deutschen Franziskanerprovinz,
ergänzt von Br. Stefan Federbusch

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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 24.03.2019 17:04