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Franziskanische Ordensleute bestärken Papst Franziskus
Franziskanische Ordensleute aus der Schweiz unterstützen Papst Franziskus in seinem Bestreben, die Kirche geschwisterlich zu gestalten. In einem offenen Brief zum sechsten Jahrestag seiner Wahl fordern sie das Kirchenoberhaupt auch dazu auf, den verpflichtenden Zölibat für Weltpriester zu überdenken.


Schweiz: Ordensleute bestärken Franziskus und ermutigen zu Abkehr vom Zölibat

Franziskanische Ordensleute aus der Schweiz unterstützen Papst Franziskus in seinem Bestreben, die Kirche geschwisterlich zu gestalten. In einem offenen Brief zum sechsten Jahrestag seiner Wahl fordern sie das Kirchenoberhaupt auch dazu auf, den verpflichtenden Zölibat für Weltpriester zu überdenken.



Den offenen Brief haben Angehörige verschiedener franziskanischer Gemeinschaften der Schweiz unterzeichnet. Sie weisen darin einseitige und nicht an Dialog interessierte Kritik an seinem Pontifikat zurück.
„Die einen werfen dir Verrat an der heiligen monarchischen Kirche vor, die anderen erwarten ein Durchgreifen mit eiserner Faust und mutige Reformen von oben. Beide – Monarchisten in der Kirche und fordernde Reformer – verkennen, dass der geschwisterliche Weg absolutistisches Bestimmen ebenso verbietet, wie er keine direktiven Reformen über die Köpfe hinweg erträgt“, heißt es in dem Text. Geschwisterliche Schritte in die Zukunft seien in der Kirche heute „nur kollegial, synodal und gemeinschaftlich möglich“.

Die Papstschreiben „Evangelii gaudium“, „Amoris Laetitia“ und „Laudato si“ würdigen die franziskanischen Ordensleute als Ausdruck einer aufbrechenden Kirche. „Du stehst mit Leib und Seele für ein gemeinsames Aufbrechen ein und wir arbeiten beherzt an einer geschwisterlicheren, synodaleren und dezentraleren Kirche mit", schreiben sie dem Papst.

Zölibat: „Einen mutigen Schritt vorangehen"

In der Frage des Zölibats forderten die Schweizer Ordensleute den Papst dazu auf, „einen mutigen Schritt voranzugehen“ und sich „nicht von der Angst vor einer Kirchenspaltung lähmen zu lassen“. Bei einer Abkehr von der verpflichtenden Ehelosigkeit für Diözesanpriester hätte der Papst, so die Argumentation, „sowohl das Evangelium wie die Tradition der Kirche“ auf seiner Seite. Die Abkehr vom Zölibat würde eine Reihe wirtschaftlicher und theologischer Fragen nach sich ziehen, räumen die Ordensleute ein. Zugleich würden sich mit verheirateten Pfarrern und Pfarrerinnen größere pastorale Handlungsräume auftun. „Angst darf kein Hindernis sein, solche Fragen zuzulassen”, so der offene Brief.
(vatican news – gs)


Assisi als Leiter des Ordens: Michael Perry für die Franziskaner OFM, Mauro Jöhri OFMCap für die Kapuziner und Marco Tasca OFMConv für die Franziskaner-Minoriten. Das Bild entstand im Sommer 2016.

Zum 6. Jahrestag der Wahl Franziskus von Rom - gefeiert und kritisiert!

Franziskanerinnen und Franziskaner, Kapuzinerinnen und franziskanisch Engagierte der Schweiz bestärken den ersten Papst, der sich Franz von Assisi zum Vorbild nimmt, auf seinem entschieden geschwisterlichen Weg: dieser alarmiert sowohl Traditionalisten und Monarchisten in der Kirche, wie er auf der anderen Seite Forderungen nach entschlossenen Reformen von oben enttäuschen muss. Der "Weg der Geschwisterlichkeit" erträgt weder Zentralismus noch eine autoritäre Führung, weder Priesterherrschaft noch eine Politik der starken Hand. Die am 13. März 2013 angekündigte "via della fratellanza" muss synodale, basisorientierte, kollegiale und dezentrale Wege gehen.

Offener Brief an Papst Franziskus: Download (pdf)

Ein offener Brief zum 6. Jahrestag der Wahl ermutigt Franziskus von Rom, seinen geschwisterlichen Weg unbeirrt weiterzugehen. Zugleich erlauben sich franziskanische Geschwister mit einem Votum gegen den Pflichtzölibat von Weltpriestern, auch beherzter über Reformen zu sprechen - diese und andere.

Quelle: www.tauteam.ch

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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 22.08.2019 21:32