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Stellungnahme der INFAG zum Verbot von Segensfeiern
In einem Statement zum sogenannten „Responsum ad dubium“ der Kongregation für die Glaubenslehre über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts betont die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG), dass sie eine Verweigerung des Segens für inakzeptabel hält.

Das Responsum dokumentiere ein erschreckendes Maß an humanwissenschaftlicher, theologischer und pastoraler Ignoranz und widerspreche dem von Papst Franziskus geforderten synodalem Geist des Dialogs.

Die INFAG unterstütze die auch von vielen Bischöfen in Deutschland mitgetragenen Bemühungen, angemessene rituelle Formen für homosexuelle Paare zu erarbeiten und zu gestalten.


Stellungnahme der Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG) zum Responsum ad dubium der Kongregation für die Glaubenslehre über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts

Mit Empörung hat die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG), die Dachorganisation der franziskanischen Ordensgemeinschaften in Deutschland, das Schreiben der Glaubenskongregation zur Frage der Segnung von homosexuellen Paaren zur Kenntnis genommen. Es unterstellt gleichgeschlechtlich liebenden Paaren, nicht Teil des göttlichen Schöpfungsplans zu sein und fordert homosexuelle Menschen auf, ihre sexuelle Orientierung zu unterdrücken.

Wir distanzieren uns von der im „Responsum“ vorgetragenen Bewertung der Glaubenskongregation, diese Sichtweise als „nicht diskriminierend“ zu bezeichnen. Eine Zusage der Heilszuwendung Gottes in Form eines Segens Menschen zu verweigern, die aufrichtig darum bitten, halten wir für nicht akzeptabel. Das „Responsum“ verschließt die Augen vor der Lebenswirklichkeit unserer Zeit und verletzt Menschen, die in homosexuellen Lebenspartnerschaften aufrichtig und authentisch miteinander ihren Weg suchen im Glauben, Hoffen und Lieben. Gleichzeitig blendet es die Bemühungen um eine erneuerte Sexualmoral in der aktuellen theologischen Debatte völlig aus. Es dokumentiert damit ein erschreckendes Maß an humanwissenschaftlicher, theologischer und pastoraler Ignoranz. Uns befremdet zudem der doktrinär patriarchale Kommunikationsstil, mit dem das Schreiben auftritt.

Der Anspruch, eine laufende Debatte per Machtwort gemäß „Roma locuta, causa finita“ (Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt) beenden zu wollen, widerspricht dem von Papst Franziskus geforderten synodalem Geist des Dialogs. Wir unterstützen die auch von vielen Bischöfen in Deutschland mitgetragenen Bemühungen, angemessene rituelle Formen für homosexuelle Paare zu erarbeiten und zu gestalten.

Der INFAG-Vorstand

Würzburg, 22. März 2021

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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 23.03.2021 12:57